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Ernst-Busch-Schauspielschule:Kompromiss für Neubau gefunden

Mit einem Zwischenruf bei Günther Jauch gelang der erste Coup, am Mittwoch schafften es die Proteste der Studenten sogar zu Thomas Gottschalk. Bundesweit hatte die Diskussion um den geplanten Neubau der renommierten Berliner Schauspielschule "Ernst Busch" für Aufsehen gesorgt. Nun will die SPD auf den Kompromissvorschlag der Schule eingehen.

Die Zukunft der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin ist laut SPD gesichert. In der Debatte um den geplanten Neubau, der vom Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses gekippt zu werden drohte, scheint ein Kompromiss gefunden. So bot die Hochschule eine Verpflichtungserklärung an, den Neubau so abzuspecken, dass die Kostengrenze bei 33 Millionen eingehalten wird - mit Erfolg: Laut SPD-Fraktionschef Raed Saleh steht diese Summe nun für etwaige Bauprojekte zur Verfügung.

Innerhalb dieser Kosten ist es demnach möglich, alle Standorte zu sanieren oder einen neuen Ort zu schaffen, der alle vier bisherigen integriert. Der seit langem geplante zentrale Campus war wegen Mehrkosten gefährdet. Stattdessen wurde diskutiert, die alten, zum Teil asbestbelasteten Gebäude zu sanieren. Die Studenten gingen daraufhin auf die Barrikaden. Unterstützung bekamen sie von Theaterintendanten sowie von Schauspielern wie Ulrich Matthes, Corinna Harfouch und Nina Hoss. Die Deutsche Filmakademie machte sich ebenfalls für den Neubau stark.

Regierungschef Klaus Wowereit hatte zwar Sympathien für die Pläne gezeigt, aber auf die Haushaltsentscheidung des Parlaments verwiesen. Jetzt freue er sich über die positive Wende, wie Wowereit nun betonte.

Auch die Linke-Fraktion begrüßte den jetzt gefundenen Kompromiss: "Es geht doch. Sie haben dem Druck der Hochschule und der Studenten nachgegeben", sagte der Linke-Abgeordnete Wolfgang Albers im Parlament. Dabei hielt er es aber für wenig glaubhaft, dass die verhältnismäßig kleine Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Plänen der eigentliche Grund für die Ablehnung des Bauvorhabens durch die SPD sei.

Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hatte am vergangenen Freitag die bisherige Finanzplanung wegen Mehrkosten abgelehnt. Im Haushaltsentwurf des rot-schwarzen Senats waren nach SPD-Angaben knapp 36,5 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen. Die SPD-Fraktion lehnte den Plan in dieser Form ab, weil sie mit einer Kostensteigerung von 2 Millionen Euro verbunden gewesen wäre.

Am Sonntag hatte einer der Studenten mit lauten Zwischenrufen in der ARD-Talkshow "Günther Jauch" für Aufregung gesorgt - dadurch wurde der Streit um "die Busch" bundesweit bekannt. "Seit 15 Jahren ist uns ein Bau versprochen worden", sagte am Mittwoch eine Studentin auch in Thomas Gottschalks ARD-Sendung. Die bisherigen Standorte der Schule seien marode. Deshalb sind Pläne für einen Neubau in der zentral gelegenen Chaussee-Straße auf den Weg gebracht worden. Diese Pläne müssen nun überarbeitet werden, um der Kostengrenze zu genügen.

© Süddeutsche.de/dpa/mahu
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