Mit dem Verfassungsschutz gegen Buchläden und Umweltprojekte? Über das politische Weltbild hinter dem „Haber-Verfahren“ und dessen wackelige rechtliche Grundlage.
Verfassungsschutz
:„Wir halten diese Art der Gesinnungsprüfung für vollkommen inakzeptabel“
Wolfram Weimer verteidigt sein Vorgehen gegen drei linke Buchhandlungen als Kampf gegen den Extremismus. Ein Gespräch mit Sebastian Guggolz, Chef des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, darüber, ob ein Boykott des Buchhandlungspreises die richtige Lösung ist.
Debatte
:Von wegen Freiheit
„In diesen Zeiten“ sei Literatur unverzichtbarer denn je, behauptet Wolfram Weimer – um dann drei Buchhandlungen von einer Preisliste zu schmeißen. Warum das der falscheste Ort für Terrorabwehr ist.
Kunst
:Warum wurde ein Programm für Künstler im Exil eingestellt?
Eigentlich sollte „Goethe-Institut im Exil“ noch bis Juni laufen – nun wurde die Reihe mit sofortiger Wirkung beendet. Fragt man bei den Verantwortlichen nach den Gründen, bekommt man Antworten zwischen Schweigen und Verzweiflung.
Film
:Willkommen am Abgrund
Die Berlinale erlebt die schlimmste Krise ihrer Geschichte. Nahost-Debatten, Aktionismus und auch die deutsche Kulturpolitik beschädigen das Festival massiv. Die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle ist völlig unklar. Rekonstruktion eines Totalschadens.
Sachbuch
:Labern gegen rechts?
Christoph Bartmann nimmt den Kulturkampf von AfD und Co. leider zu oberflächlich in den Blick – und tut fatalerweise auch noch so, als wäre die harte Rechte an Feinheiten der Ästhetik interessiert.
Bayerische Kulturpolitik
:Theater Regensburg wird im Mai zum Staatstheater
Das Haus am Regensburger Bismarckplatz ist künftig Staatstheater Nummer sechs im Freistaat. Festakt am 8. Mai.
Jack Lang
:Frankreichs berühmtester Kulturpolitiker stürzt über Epstein-Akten
Jack Lang und seine Tochter waren in Millionen-Deals mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelt. Die Justiz ermittelt.
Theater
:„Die Bühne ist ein gefährlicher Raum, und sie muss gefährlich bleiben“
Ersan Mondtag inszeniert am Münchner Residenztheater „Munich Machine“ von Albert Ostermaier. Ein Gespräch über die coole Uncoolness von München und darüber, warum das Theater kein sicherer Ort sein darf.
Die Munich-Speech-Reihe von Dietlinde Behncke
:Menschen, die etwas bewegen wollen
Großes Netzwerk, feine Gäste: Die Munich Speeches von Dietlinde Behncke haben sich in mehr als zehn Jahren zu einer festen Institution entwickelt. Sprecher sind Menschen aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Die Zuhörer: so bunt wie die Pop-Seats der Veranstaltungsreihe.
Berühmte Arie
:Buuuuuuuuuh!
Im Londoner Opera House quittieren die Zuschauer eine „Turandot“-Aufführung ohne „Nessun dorma“ mit Buh-Rufen – und bekommen Geld zurück. Richtig so.
Berliner Kulturverwaltung
:Wünsch dir was
Haben Berlins Kultursenatoren Fördergelder zur Antisemitismus-Bekämpfung freihändig vergeben – trotz Bedenken ihrer Beamten? Bemerkenswerte Fakten aus von der SZ exklusiv ausgewerteten Akten.
Nationalsozialismus
:Die Raubkunst über ihrem Sofa
Friedrich Kadgien war einer der wichtigsten Finanzberater des NS-Regimes, jahrzehntelang lebte er unbehelligt in Argentinien. Als seine Tochter jetzt ein Haus verkaufen wollte, hing da ein lang gesuchtes Bild im Wohnzimmer.
Kundgebung vor dem Münchner Rathaus
:Die Linke meißelt zehn Gebote für eine neue Kulturpolitik in Stein
Touristenabgabe, Sozialticket, Mindesthonorare und eine Diversitätsquote für den Kulturbereich: Mit diesen Ideen fordert die Münchner Linke andere Parteien heraus.
Podcast „In aller Ruhe“ mit Carolin Emcke
:„Klassische Musik ist hip“
Ein Orchester ist nichts Elitäres, sagt Andrea Zietzschmann. Wie die Intendantin der Berliner Philharmoniker und ihr Haus gegen dieses Bild anarbeiten.
Weniger als 5000 Besucher pro Jahr
:Das wohl unbekannteste Museum von Weltrang
Das Keramikmuseum in Weiden vereint 7000 Jahre Geschichte in sich. Ein „Refresh“ soll den einzigartigen Exponaten aus Mesopotamien, Peru, dem Kongo und natürlich auch der Oberpfalz mehr Aufmerksamkeit bringen. So sieht er aus.
Mögliche kulturelle Zwischennutzung in einer ehemaligen Backstube
:„Also ich find’s ein richtig geiles Ding“
Der ehemalige Rischart-Firmensitz im Münchner Gärtnerplatzviertel soll zur kulturellen Zwischennutzung freigegeben werden. Eine gute Idee?
ExklusivBundesregierung
:Der Staatsminister, der für sich selbst nicht zuständig ist
Wegen möglicher Vermischung von politischen und privatwirtschaftlichen Interessen steht Wolfram Weimer in der Kritik – und hat seine Firmenanteile deshalb einem Treuhänder übertragen. Doch wer ist das?
Kulturpolitik
:Jetzt geht es ans Eingemachte
In Stuttgart und München protestieren Theater und andere Kultureinrichtungen gegen drohende Etatkürzungen, auch in weiteren Städten fehlt da Geld. Die Verantwortlichen stehen vor der schier unlösbaren Ausgabe: Wo soll künftig gespart werden?
Kulturpolitik
:München bekommt einen Kulturbeirat – die Begeisterung hält sich in Grenzen
Künstler sollen mehr mitsprechen in der Stadtpolitik. Welchen Einfluss sie wirklich haben werden, wird nun die Gründungsphase eines Kulturbeirats erweisen. Die Initiative „München ist Kultur“ soll eine zentrale Rolle spielen – ist aber noch nicht überzeugt.
Theater
:Sparen ist zu teuer
Die Krise der Autobranche schlägt in Stuttgart auf den Kulturetat durch. Nach der „Hamlet“-Premiere protestieren Theater- und Opernleute auf der Bühne des Schauspielhauses gegen die Kürzungen.
Film
:Zahlen, bitte!
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will Netflix & Co. zu Investitionen in die deutsche Filmwirtschaft zwingen. Nicht mit einem Gesetz, sondern mit einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“. Kann das funktionieren?
Berliner Kulturhaushalt
:Kommt Kunst von Kohle?
Warum Subventionen womöglich doch nicht das richtige Mittel sind, um die Kultur in der Hauptstadt auf Vordermann zu bringen.
Berliner Kulturpolitik
:Her mit den Millionen
Wurden in Berlin Gelder aus dem Kulturetat großzügig an CDU-Parteifreunde verteilt? Der SZ liegt ein Dossier des früheren Finanzsenators vor, das diesen Verdacht nährt – und auch die neue Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson in den Fokus nimmt.
Förderprogramm des Bundes
:Junge Leute kämpfen gegen das nahende Ende des Kulturpasses
Zu teuer und rechtlich bedenklich: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer schafft den Kulturpass ab. Ein junger Allgäuer will das mit einer Petition verhindern. Denn der Bundes-Zuschuss für Bücher und Tickets habe vielen Corona-gebeutelten Jugendlichen die Tür zur Kultur geöffnet.
Kulturpolitik
:390 000 Euro für das Institut einer Parteifreundin
Hat der frühere Berliner Kultursenator Joe Chialo rechtswidrig Steuergelder verteilt, die eigentlich für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus gedacht waren?
„Puls Radio“ wird Ende 2025 eingestellt
:Wer spielt jetzt noch junge Musik aus Bayern?
Der Bayerische Rundfunk stellt den Jugendsender „Puls Radio“ Ende des Jahres ein. Die Musikszene rebelliert, der Ärger verpufft – und trotzdem können sich junge Bands freuen. Einige wenige.
Nationaltheater vor der neuen Spielzeit
:Wie saniert man eines der größten Opernhäuser der Welt?
Zwölf Wochen hat die Sommerpause an der Bayerischen Staatsoper gedauert. Für 13 Millionen Euro wurde das Nationaltheater saniert. Eindrücke kurz vor dem Start der neuen Spielzeit.
Medien und Politik
:Der doppelte Weimer
Der Kulturstaatsminister und ehemalige Verleger habe sein Unternehmen „verlassen“, hieß es. Tatsächlich hält er nach wie vor 50 Prozent daran. Interessenkonflikte sind kaum vermeidbar.
Berlin
:Selbst für die Rostschutzbehandlung fehlt das Geld
Vor 14 Jahren bekam eine Agentur den Zuschlag für ihr Einheitsdenkmal – doch die „Waage“ steht noch immer nicht. Es ist nicht einmal klar, ob sie jemals fertig werden wird.
Kultur
:Ein Theater ruft um Hilfe
Im Rambazamba in Berlin machen Menschen mit Behinderung tolles, anarchisches Theater. Jetzt geht das Geld aus – und prominente Unterstützer von Bela B bis Nina Hoss kämpfen um den Erhalt.
Italien
:Mein Haus, meine Kunst, meine Dirigentin
Beatrice Venezi soll neue Generalmusikdirektorin im La Fenice in Venedig werden. Nur, sie ist nicht gerade bekannt als große Dirigentin, eher als Freundin von Meloni. Reicht das jetzt schon, um was zu werden in der italienischen Kulturszene?
Frankfurter Buchmesse
:Minister der Eigentlichkeiten
Wolfram Weimer bestreitet seine erste Frankfurter Buchmesse als Kulturstaatsminister mit rhetorischer Wucht, Jovialität und politischen Versprechen – und verheddert sich höchstens einmal kurz in einem schwierigen Wort.
Fußball
:Schrumpfkurs für die Fußballkultur
Die Ehrung von Jürgen Klopp verleiht der 20. Gala der „Deutschen Akademie für Fußballkultur“ weiteren Glanz – doch der verblasst wohl bald: Es wird einen drastischen Sparkurs geben.
Kulturreferent Marek Wiechers
:„Keine Verzweiflung, sondern Kampfgeist“
Die wirtschaftliche Krise trifft den Kulturbetrieb hart. Weil München sparen muss, gibt es zudem weniger städtische Förderung. Das macht auch das Amt des Kulturreferenten nicht gerade leicht. Wie Marek Wiechers versucht, dabei positiv zu bleiben.
Archäologie
:„Wenn wir nichts machen, macht es keiner“
Sie sollen in Katastrophengebiete reisen, um Baudenkmäler und Kulturgüter zu retten, und das alles ehrenamtlich: In Hilden trainiert die erste globale Einsatztruppe zum Schutz bedrohter Kulturgüter den Ernstfall. Ein Besuch.
Kunst
:Der Kulturstaatsminister als Ausstellungsmacher?
Wolfram Weimer soll einen Skulpturengarten ums Kanzleramt planen. Und eine USA-Ausstellung – mit Unterstützung des notorischen Kunst-Impresarios Walter Smerling. Wie realistisch sind diese Projekte?
Bariton Christian Gerhaher im Interview
:„Ich hoffe auf einen Termin beim Ministerpräsidenten“
Der weltweit gefeierte Bariton Christian Gerhaher kritisiert den Umgang mit Kultur in Bayern. Zusammen mit Simon Rattle will er weiterhin für einen neuen Konzertsaal in München kämpfen. Unter Rattles Dirigat singt er nun Alban Bergs „Wozzeck“.
Erinnerungskultur
:Weimers Dekolonisierung
Der Kulturstaatsminister streicht den Kolonialismus aus dem Gedenkstättenkonzept. Historiker sind irritiert, die SPD kündigt Widerstand an.
NS-Raubkunst
:Die neue Schiedsgerichtsbarkeit für NS-Raubkunst nimmt Form an
Das Gremium, das künftig über NS-Raubkunst entscheidet, ist besetzt. Die neue Regelung bringt einige Verbesserungen für die Opfer – aber sie wird auch einige Restitutionen unmöglich machen.
Rettung vor 40 Jahren
:Warum das Prinzregententheater beinahe einem Supermarkt weichen musste
Wird das Prinze zur Ausweichstätte für die Sanierungsfälle Residenztheater und Nationaltheater? Es wäre nicht das erste Mal. Dass das Münchner Haus überhaupt noch existiert, verdankt es einem Mann – und dessen gewiefter Salami-Taktik.
Gleichberechtigung in der Filmbranche
:„Wenn wir Frauen Konflikte haben, reden wir mehr miteinander“
Mehr Frauen in Schlüsselpositionen: Ein neues Förderinstrument aus Bayern soll die überfällige Gleichberechtigung in der Filmbranche vorantreiben. Wie das Kinodrama „22 Bahnen“ und seine Fortsetzung davon profitieren – und was Frauen anders machen.
Gamescom in Köln
:Pixel, Politik und Petrodollars: Was die Gaming-Industrie bewegt
In Köln startet die Gamescom, die größte Computerspielmesse der Welt. Welche Rolle dort neue Konsolen, die Milliarden von Saudi-Arabien und Fördertöpfe von Ministerin Dorothee Bär spielen.
Kulturhaushalt für 2026
:Krise, welche Krise?
Erfolg für Staatsminister Wolfram Weimer: Der Bund will im kommenden Jahr 2,5 Milliarden Euro für Kultur ausgeben, zehn Prozent mehr als zuletzt. Doch nicht alle Sparten profitieren gleich.
Kulturpolitik
:Mit eingebauter Daumenschraube
Die darbende deutsche Filmbranche wartet auf den Neustart der Filmförderung durch einen Beitrag der Streamer. Nun aber springt erst mal der Bund ein – und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht unter Druck.
Kultur in Berlin
:Hurra, wir müssen nur 110 Millionen sparen!
Berlins Haushaltspläne zwingen die Kulturinstitutionen auch unter der neuen Senatorin Sarah Wedl-Wilson zu harten Einschnitten. Ineffizient arbeitenden Häusern droht strengere Kontrolle.
Erster Münchner Filmgipfel
:Sorgen um die Kinokultur in München
Kinosterben, Bürokratie und weniger Budget. Und die wirklich großen Probleme kommen wohl erst noch. Wie sich die Filmstadt München wappnen will.
Staatsgemäldesammlungen
:Idylle mit Interessenkonflikt
Das Olaf-Gulbransson-Museum in Tegernsee ist der kleinste Außenposten der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. So klein, dass ein Düsseldorfer Galerist dort geschäftstüchtig schalten und walten kann. Über merkwürdige Verflechtungen in der Kunst.
Kulturpolitik
:Sisyphos für Anfänger
130 Millionen Euro weniger, abgesagte Theater-Produktionen, marode Bibliotheken und am Sonntag wieder zahlen im Museum: Es gibt schönere Zeiten, um in Berlin als Kultursenatorin anzufangen. Aber Sarah Wedl-Wilson ist optimistisch. Wie macht sie das?
MeinungDebatte
:Kultur braucht Vielfalt – und klare Haltung
Die Freiheit ist kein neutraler Raum. Sie lebt davon, dass alle Menschen in ihr atmen können – Gleichsetzungen von links und rechts sind politisch gefährlich. Eine Antwort des Vorsitzenden des Kulturausschusses des Bundestags auf Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.