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Diskriminierende Steuerpflicht am Theater:Kosten der Opernhäuser werden steigen

Der schloss sich der Sichtweise des Finanzministeriums an und forderte den vollen Steuersatz: "Denn die Dienstleistungen der den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler sind weder mit denen eines Regisseurs gleichwertig noch stehen sie im Wettbewerb zueinander." Eine sehr spezielle und ausnehmend kunstfremde Sichtweise.

Dieses Urteil, das in den Augen des Gerichts konform geht mit europäischem Recht, wird die angespannte finanzielle Situation der Theater noch weiter verschärfen. Denn schon bald könnte es mit all jenen Sonderregelungen vorbei sein, die die Finanzämter bisher akzeptiert haben. Dann muss jeder Regisseur seine 19 Prozent zahlen.

Wären Theater normale Wirtschaftsunternehmen, würden sie die Umsatzsteuer einfach auf die Gagen aufschlagen und sich das Geld dann vom Staat wiederholen. Da sie aber von der Umsatzsteuer befreit sind, bleibt ihnen dieser Weg verschlossen. Die kleinen und mittleren Häuser werden Bruttohonorare zahlen, die die damit sicherlich kaum zufriedenen Regisseure dann voll versteuern müssen, einschließlich Umsatzssteuer. Während die Starregisseure mittels Nettohonoraren die Erhöhung den Theatern aufdrücken können.

Das bedeutet nicht nur einen Einkommensverlust für viele Regisseure, auch die Kosten der Opernhäuser werden steigen. Begeistert ist deshalb niemand von diesem Urteil. Beim Bühnenverein grassiert zudem die Angst, dass nun alle gleich behandelt werden könnten, dass also alle Selbständigen zu 19 Prozent verpflichtet werden.

Vergebliches Bemühen

Zumal sich in dieser Woche die deutschen Länderfinanzministerien zusammensetzen und dabei wohl auch das Urteil vom 4. Mai zur Sprache kommt. Allerdings sieht man im bayerischen Finanzministerium keinerlei Handlungsbedarf, da mit diesem Urteil ja nur die Berliner Position bestätigt würde.

Während Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) seinen Finanzministerkollegen Georg Fahrenschon (CSU) dazu auffordern will, auch Regisseure von der Umsatzsteuerpflicht zu befreien. Ein, wie es im Moment aussieht, wohl vergebliches Bemühen. Und so wird diese Farce in dem an Farcen reichen Umsatzsteuerrecht wohl Bestand haben.

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