Alte Formen, neue Formen, es ist doch genug Platz für alle, was soll das Gedrängel? Ein schöner Satz, vielleicht der gelassen klügste in Tschechows Stück "Die Möwe", der noch viel schöner wäre, hätte Tschechow ihn nicht einem zwar kommerziell erfolgreichen, aber Unheil bringenden Dichter in den Mund gelegt. Doch an diesem Theaterabend darf Trigorin, so der Name des Dichters, den Satz nicht sagen. Mascha klaut ihn, die ewig unglückliche Tochter des Gutsverwalters. Ein kleiner Trick mit großer Wirkung, der Tschechows sardonisches Grinsen in ein Lächeln überführt.
"Die Möwe" in ZürichSchaut, wie wir spielen
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Regisseur Christopher Rüping verabschiedet sich vom Schauspielhaus Zürich mit Tschechows "Die Möwe": keine Abrechnung, sondern ein Kommentar zur Funktion von Theater an sich.
Von Egbert Tholl
