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Die CDs der Woche - Popkolumne:Christina Aguilera

Auch Christina Aguilera verlässt sich ganz auf ihre Produzenten. Bei ihrem neuen Album "Lotus" (Sony) haben Spitzenkräfte wie der Schwede Max Martin die Direktion übernommen und eine Art Best-of zeitgenössischer Pop-Produktionstechniken vorgelegt. In "Army Of Me" gibt es gleich am Anfang den gängigen Trick, den Beat aussetzen zu lassen und dann über eine Synthiefläche eine pathetische Gesangslinie zu setzen, die klingt, als predige jemand vom Berg herab. Wenn dann der Rhythmus wieder einsetzt (ein ziemlich billiger Autoscooterbeat), ist es, als bekomme das Tanzen eine zusätzliche Ebene: Komm, los, wir erobern die Welt!

Auf Christina Aguileras neuem Album 'Lotus' ist eine Art Best-of zeitgenössischer Pop-Produktionstechniken zu finden.

(Foto: AP)

Alles sehr gut gemacht, schade ist nur, dass die Produzenten auf Nummer sicher gehen und jede Ecke des Mainstreams abdecken wollen: "Make The World Move" nimmt mit Klimperklavier den Neo-Soul-Einfluss der Winehouse-Ära auf, "Your Body" jagt mit Bratz-Bässen und Juhu-Refrain direkt hinter Katy Perry her, "Let There Be Love'' spielt mit sirrenden Synthie-Akkorden in derselben Großraumdisco wie "Euphoria", der Sieg-Song des letzten Eurovision-Song-Contest. Volkshochschulkurs Pop: Wer sich im Schnelldurchgang über aktuelle Sounds informieren will, bekommt hier alles Nötige geboten. Aber kurz darauf hat man das meiste auch schon wieder vergessen.

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