Deutsche Nominierungen für den Oscar 2013 – "This ain't California" von Martin Persiel

Sie lebten die Utopie der reinen und unbegrenzten Skater-Bewegung und das mitten in einem autoritären Regime. "This ain't California" von Marten Persiel soll eine Dokumentation über die Skateboardszene in der DDR der achtziger Jahre sein, über die freie Zirkulation und freie Liebe.

Auf der Berlinale 2012 lief Persiels Film und wurde mit dem Dialogue-en-Perspective-Preis ausgezeichnet - "für seine visuelle Kraft und seinen stilsicheren Schnitt", wie die Jury ausführte. Weitere Preise gab es in München und Cannes, obwohl nach der Premiere des Films auf der Berlinale Zweifel aufkamen, wie dokumentarisch die Geschichte der Hauptfigur - des jugendlichen Skaters Denis "Panik" Paracek - tatsächlich ist.

Zu perfekt erschien die Bildsprache der heutigen Zeit zu entsprechen, als dass sie tatsächlich der DDR der achtziger Jahre entstammen könnte. Gestellte Szenen in Dokumentationen sind zwar kein Problem, so lange darauf hingewiesen wird, doch diese Transparenz fehle bei  "This ain't California", wurde den Machern des Films vorgeworfen.

Dass diese Diskussion die Chancen für eine Oscar-Nominierung schmälert, kann nicht ausgeschlossen werden. Aber vielleicht lassen sich die Experten von "german films" auch von der unerhört neuen ästhetischen Erfahrung der Ostberliner Szene-Veteranen beeindrucken, die der Film transportiert.

30. August 2012, 11:092012-08-30 11:09:23 © Süddeutsche.de/pak/ihe/bavo