Banksy hat sich motivisch zudem immer wieder bei Warhols Suppendosen oder Marilyn-Porträts bedient, sein Bild der Queen als Schimpanse ist eine Weiterverarbeitung eines Sex-Pistols-Plattencovers.

Diese Wiedererkennbarkeit funktioniert gut in dem Rahmen, für den die Bilder gemacht sind - für den auf der Straße. Als Londoner freut man sich, wenn man einen Banksy gleichsam in freier Wildbahn entdeckt, den die Stadtverwaltung noch nicht zum Schutz vor Kunsträubern und Witterung hinter Plexiglas gesteckt hat.

Aber an einer Galeriewand wirken die Bilder seltsam flach und schal. Der Effekt ist ganz ähnlich wie bei Banksys Selbstparodie in der gigantischen Londoner "Mr Brainwash"-Ausstellung vor zwei Jahren.

Da zeigte der Franzose Thierry Guetta quietschbunte Abklatschkunst, von der geraunt wurde, sie stamme von Banksy selbst. Bei Sotheby's ist auf jeden Fall alles Primär-Banksy, so viel kann Lazarides garantieren, der aber auch unumwunden zugibt, dass der Künstler diese Schau hassen würde. Den Verkaufswert der angebotenen Arbeiten wird das kaum schmälern.

"Soup cans (Blue and Red on Cream)", datiert: 06, Künstler: Banksy

Bild: Sotheby's 13. Juni 2014, 15:372014-06-13 15:37:47 © SZ vom 13.06.2014/pak