Lazarides zeigt auf ein blaues Quadrat, in dessen linker unterer Ecke zwei Polizisten mit Fernglas in die Gegend starren: "Das hier, "Avon and Somerset Constabulary" von 2001, gibt eine ganz gute Erklärung dafür, warum Banksy nie seine Identität preisgeben wollte. Die Polizei war sehr hinter Sprayern her."

Die Anonymität war also gar kein PR-Kniff, sondern Selbstschutz? "Ja", beteuert Lazarides, "er wäre sonst sofort verhaftet worden." Der Kurator fügt aber auch an, dass er Street Artists kenne, die das Arbeiten mit Schablonen für ziemlich risiko- und damit wertlos halten, weil sie so schnell vonstattengehe.

Heute ist die Gefahr für Banksy so oder so gering. Nicht so sehr, weil er seinen Klarnamen besonders gut geheim gehalten hätte, sondern weil das, was vor anderthalb Jahrzehnten noch Vandalismus hieß, heute nach Ansicht vieler Sammler große Kunst ist.

"Avon and Somerset constabulary" Künstler: Banksy, 2001

Bild: Sotheby's 13. Juni 2014, 15:372014-06-13 15:37:47 © SZ vom 13.06.2014/pak