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Ausstellungen - Weimar:Bauhaus-Museum zeigt Arbeiten von Friedl Dicker

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Die Altstadt mit Musikschule, Weimarhalle und Bauhaus-Museum. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Weimar (dpa/th) - Grafische Arbeiten der im NS-Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Wiener Bauhauskünstlerin Friedl Dicker (1898-1944) sind von Freitag an im Bauhaus-Museum Weimar zu sehen. Die 15 Arbeiten der vielfältigen Künstlerin sind eine Schenkung von Nachkommen ihrer Freunde, wie die Klassik Stiftung Weimar am Donnerstag mitteilte. Diese hatten die Schenkung von insgesamt 20 Dicker-Arbeiten an die Stiftung testamentarisch verfügt, sagte eine Sprecherin. Die ausgestellten Werke stammen aus allen Schaffensphasen der Künstlerin, die als Schülerin des Bauhaus-Meisters Johannes Itten 1919 an das gerade gegründete Bauhaus nach Weimar gekommen war und dort bis 1923 blieb. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 16. August.

Friedl Dicker betätigte sich unter anderem als Malerin, Architektin und Kunsthandwerkerin. Nach ihrem Weggang aus Weimar eröffnete sie mit ihrem Partner Franz Singer in Berlin die "Werkstätten Bildender Kunst" und danach in Wien das "Atelier Singer-Dicker". Sie wurde Mitglied der kommunistischen Partei und wurde 1934 für die Gestaltung antifaschistischer Plakate verhaftet. Gemeinsam mit ihrem Mann Pavel Brandeis, wie sie jüdisch, wurde sie 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie erteilte dort den Kindern Kunstunterricht. Im Herbst 1944 wurde die Künstlerin nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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