Ausstellungen - Berlin:Ausstellung "Bernar Venet" in Berlin: Streit um Kunsthalle

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Berlin (dpa) - Begleitet von Kritik an den Veranstaltern hat der französische Bildhauer Bernar Venet eine Ausstellung mit Skulpturen aus rund eintausend Tonnen Stahl in zwei der riesigen Hangars des früheren Flughafens Tempelhof in Berlin realisiert. "Bernar Venet, 1961 - 2021. 60 Jahre Performance, Bilder und Skulpturen" zeigt von Samstag an bis zum 30. Mai mit rund 150 Arbeiten erstmals einen Überblick der verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers.

Einige Arbeiten setzte der 80 Jahre alte Konzeptkünstler Venet als Gemälde um. Die Ausstellung zeigt seine Auseinandersetzung mit geometrischen Figuren vor farblich intensiven Werken. Bestimmend in den Hallen sind allerdings seine tonnenschweren Skulpturen aus rostigem Stahl. In Formen von Spiralen, Kreisen, oft geometrisch, mitunter sich frei entwickelnd sind die riesigen Arbeiten zu erkunden. An den weißen Wänden wirken die sich windenden Stahlbänder fast wie zarte Grafiken oder Übungen mit großformatigen Stiften. Die Veranstalter sprechen von "Leichtigkeit der Schwerkraft"

Mit der Präsentation sollen die rund 10.000 Quadratmeter Fläche als "Kunsthalle Berlin" etabliert werden. Veranstalter Walter Smerling vom privaten Verein "Stiftung für Kunst und Kultur" in Bonn sprach am Freitag in Berlin von zunächst zwei Jahren, in der das privat finanzierte Projekt laufen soll.

Auf Social-Media-Plattformen wurde zum Boykott der Kunsthalle aufgerufen, die nicht das sei, was Künstlerinnen und Künstler der Stadt bräuchten und wollten. Ein Verband sprach mit Blick auf die bisherigen Bemühungen der Kulturszene um eine Kunsthalle von "Etikettenschwindel" der Veranstalter. Damit werde suggeriert, die Nutzung sei öffentlich legitimiert. "Das ist jedoch keineswegs der Fall", hieß es in einer Mitteilung. Die Hangars, rund fünf Prozent der gesamten Nutzfläche des Flughafenbaus, sind von der vom Senat getragenen Gesellschaft Tempelhof Projekt vergeben worden.

Smerling lud Kritiker bei Interesse zum Dialog ein, um in den kommenden zwei Jahren "ein spannendes Projekt" zu entwickeln. Unter seiner Leitung war in den Hangars bereits die russisch-französisch-deutsche Ausstellung "Diversity United" präsentiert worden, die anschließend in Moskau gezeigt wurde und noch nach Paris gehen soll. Dabei präsentieren sich rund 90 junge wie auch etablierte Künstlerinnen und Künstler aus 34 Ländern mit Malerei, Skulptur, Video und New Media, Fotografie, Installation, Zeichnung und Objektkunst.

© dpa-infocom, dpa:220128-99-888767/3

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