Opernsängerin:Russische Oper lädt Netrebko aus

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Opernsängerin: Anna Netrebko wird auch in Nowosibirsk ausgeladen.

Anna Netrebko wird auch in Nowosibirsk ausgeladen.

(Foto: Franz Neumayr/dpa)

Nach ihrem Statement gegen den Krieg in der Ukraine verliert die Opernsängerin ein Engagement in Nowosibirsk. Aber auch im Westen ist man zögerlich.

Von Reinhard J. Brembeck

Nun ist es ein russisches Opernhaus, das Anna Netrebko auslädt. Das für den 2. Juni geplante Konzert der 50-Jährigen könne nicht stattfinden, teilte die Oper im sibirischen Nowosibirsk am Donnerstag mit und warf der in Österreich lebenden Sängerin indirekt vor, ihr Heimatland verraten zu haben. Netrebko war zunächst im Westen für ihre angebliche Nähe zu Russlands Staatschef Wladimir Putin in die Kritik geraten. Am Mittwoch hatte sie erklärt: "Ich verurteile den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich, und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien."

In Russland, wo Putin den Begriff "Krieg" untersagt, heißt es nun von der Oper: "In Europa zu leben und die Gelegenheit zu haben, in europäischen Konzertsälen aufzutreten, hat sich als wichtiger erwiesen als das Schicksal des Vaterlandes. Wir dürfen keine Angst vor Kulturschaffenden haben, die ihrem Land den Rücken zukehren. Unser Land ist reich an Talenten, und die Idole von gestern werden durch andere ersetzt, die eine klare staatsbürgerliche Haltung haben."

Im Westen sind Veranstalter auch nach Anna Netrebkos klarer Positionierung zögerlich, was künftige Engagements angeht. Sie selbst hatte angekündigt, im Mai auf die Bühne zurückzukehren. Aber sowohl die Berliner Staatsoper als auch die New Yorker Metropolitan Opera erklärten, erst mit ihr sprechen zu wollen, bevor sie über weitere Engagements entscheiden. "Nach dem Lesen von Annas Mitteilung sind wir nicht bereit, unsere Position zu ändern", erklärte der Direktor der Met, Peter Gelb. "Wenn Anna zeigt, dass sie sich ernsthaft, komplett und langfristig von Putin distanziert hat, dann wäre ich zu einer Unterhaltung bereit." Die Verantwortlichen deutscher Häuser wollten sich in den letzten Tagen nicht zu möglichen Auftritten Netrebkos äußern.

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