Katholische Kirche und AfD:Wo Christen ihr Kreuz machen

Katholische Kirche und AfD: Ein Bischof trägt beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz eine Kette mit Kreuz: Vom Kreuz bei der AfD raten sie den Kirchenmitgliedern inzwischen deutlich ab.

Ein Bischof trägt beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz eine Kette mit Kreuz: Vom Kreuz bei der AfD raten sie den Kirchenmitgliedern inzwischen deutlich ab.

(Foto: Robert Michael/dpa)

Die deutschen Bischöfe wurden so deutlich wie nie: Sie warnen Katholiken vor der Wahl der AfD. Die Reaktionen der SZ-Leser fallen äußerst unterschiedlich aus.

"Deutsche Bischöfe warnen vor der AfD" vom 23. Februar:

Bleibe AfD-Wähler

68 Jahre war ich Mitglied der katholischen Kirche. Ich kann mich als gläubigen Menschen bezeichnen. Das werde ich auch in Zukunft sein. Mit der Institution Kirche möchte ich aber nichts mehr zu tun haben. Das Fass zum Überlaufen brachte jetzt die Warnung der Bischöfe vor der AfD. Ich bin ein AfD-Wähler und werde es bleiben. Kirchenmitglied bin ich nicht mehr.

Klaus Ritter, Erding

Überfälliger Schritt

Zweifellos ist ein guter Tag für den deutschen Katholizismus, dass die Bischöfe zum Widerstand gegen Angriffe auf die Demokratie von rechts aufgerufen haben, und ich begrüße als katholischer Christ ausdrücklich diesen überfälligen Schritt. Rechte Ideologien, totalitäres Staatsverständnis, Antisemitismus, Rassismus und die Missachtung der Menschenwürde, wie sie von der AfD gepredigt werden, haben unter Christenmenschen keinen Platz.

Manfred Kirsch, Neuwied

Was ist mit Grünen und SPD?

Würde Jesus die AfD wählen? Vermutlich nicht. Jesus hat sich zu seiner Zeit aus der Politik herausgehalten, es ging ihm um das Reich Gottes. Die Bischöfe täten besser daran, sich ebenfalls solchen Fragen zu widmen, etwa der Unverletzlichkeit des Lebens.

Wenn aber die Kirche schon mit dem Verweis auf das christliche Menschenbild von der Unwählbarkeit einer Partei spricht, dann müsste sie sich auch gegen die Wählbarkeit anderer Parteien aussprechen, die gegen elementarste christliche Werte verstoßen wie den Lebensschutz: So da wären die Grünen und die SPD, die für Abtreibung als Form der "reproduktiven Selbstbestimmung" plädieren. Eine katholische Kirche, die allerdings nur eine Partei für unwählbar erklärt, jedoch ausblendet, wo andere Parteien gegen das christliche Menschenbild verstoßen, macht sich unglaubwürdig.

Doris Gehrke, Augsburg

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