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Zehn Trends in der Berufswelt:Selbstdarsteller im Vorteil

Neue Arbeitsverhältnisse. Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft und Kreativarbeit entstehen neue Erwerbsformen. Projektarbeit, Honorar- und Zeitverträge sind damit verbunden. Die Firmen fordern mehr Flexibilität: Leiharbeit und befristete Jobs nehmen mitunter deshalb zu. Und der Staat unterstützt das, indem er die Gesetze anpasst. Das kann für gering qualifizierte Menschen zum Fluch werden. Sie müssen sich mit unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen begnügen, denn nicht selten bleiben sie in diesen "prekären" Jobs hängen. Doch es gibt auch eine andere Seite, geprägt von der Avantgarde der Arbeitsgesellschaft. Es ist eine "Elite", eine neue kreative Klasse, mit starker Affinität zu den neuen Technologien. Sie pfeift auf den festen Job, weil sie den Arbeitsalltag selbst gestalten will.

Die Selbstvermarkter. Zurückhaltung war einmal. Die Arbeitswelt von morgen bevorzugt Extrovertierte, Exoten und Selbstdarsteller. Wer sich gut in Szene setzen kann, der setzt sich durch. Denn wenn Arbeitsverhältnisse immer kürzer und immer lockerer werden, wenn Unternehmen nicht mehr nach Arbeitnehmern, sondern nach Auftragnehmern suchen, dann profitieren vor allem jene, die beim schnellen ersten Blick gut aussehen. Das gilt auch für das Internet. Um die berufliche Karriere voranzutreiben, werden Arbeitnehmer von morgen die neuen Plattformen nutzen müssen.

Die Demographie. Die Menschen werden älter, und sie bleiben länger gesund. Immer weniger Arbeitnehmer kommen für die Renten auf. Da liegt es auf der Hand, dass die Menschen länger arbeiten werden. Der Trend zur Frühverrentung ist bereits gestoppt. Der Anteil der 60- bis 64-Jährigen unter den Arbeitnehmern hat sich seit dem Jahr 2000 auf 41 Prozent verdoppelt - das zumindest zeigen Daten der Bundesregierung. Lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit bis ins hohe Alter hinein gewinnen an Bedeutung. Daher gilt: Arbeitsplätze müssen an die Bedürfnisse Älterer angepasst werden, ebenso die Arbeitszeiten. Für die Gewerkschaften ist das eine große Herausforderung. Das Festhalten an starren Rentenaltersgrenzen passt nicht mehr in die Zeit.

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