Steuerbegünstigte Zusatzleistungen Mehr Gehalt? Lohnextras!

Gehälter Was Ihnen nach allen Abzügen bleibt

Gehaltsrechner

Was Ihnen nach allen Abzügen bleibt

Das Jahresgehalt im Arbeitsvertrag klingt verlockend. Doch was bleibt davon nach Abzug der Steuern übrig? Der Gehaltsrechner gibt einen Überblick über alle zu leistenden Abgaben - und errechnet Ihr Nettogehalt.

Handyvertrag, Kindergarten-Zuschuss, Finanzspritze für die Urlaubskasse: Es muss nicht immer eine Gehaltserhöhung sein - bei vielen Lohnextras bleibt am Ende sogar mehr Geld auf dem Konto. Welche Möglichkeiten es für Arbeitnehmer gibt und was sie beachten sollten.

Von Sarah Schmidt

Die Gehaltsverhandlung stockt: "Eine Erhöhung ist leider nicht drin", sagt der Chef. Doch es muss gar nicht unbedingt mehr Bruttolohn sein, damit der Arbeitnehmer merklich mehr Geld auf dem Konto hat. Eine Alternative stellen Gehaltsextras wie Zuschüsse zur Kinderbetreuung, Tankgutscheine oder die Nutzung eines Firmen-Handys dar. Doch wer wirklich profitieren will, sollte einige Besonderheiten dieser Zusatzleistungen kennen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist der Vorteil von Gehaltsextras gegenüber einer regulären Lohnerhöhung?

Die meisten Zusatzleistungen sind steuerfrei oder zumindest steuerbegünstigt. In den überwiegenden Fällen wird keine Sozialversicherung fällig. So muss der Arbeitgeber weniger Geld in die Hand nehmen, damit der Betrag beim Arbeitnehmer ankommt. Sonja Prechtner ist Steuerberaterin in Hessen und Expertin des Deutschen Steuerberaterverbands, sie rechnet vor: "Bei einer Gehaltserhöhung um 100 Euro landen beim Arbeitnehmer netto etwa 50 bis 75 Euro, je nach Steuerklasse, auf dem Konto. Der Arbeitgeber muss zusätzlich etwa 25 Prozent Sozialversicherungsabgaben darauf zahlen, ihn kostet die Erhöhung also 125 Euro." Schließe der Arbeitgeber jedoch steuerfrei für 75 Euro im Monat einen Handyvertrag für den Mitarbeiter ab, dann "haben beide Seiten mehr davon", so Prechtner.

Hat sich rechtlich etwas an den Regelungen für Lohnextras geändert?

Anfang 2013 erregte ein Urteil des Bundesfinanzhofs Aufruhr: Plötzlich schien fraglich, ob es steuerbegünstigte Zusatzleistungen in dieser Form künftig überhaupt noch geben würde. Doch Steuerexpertin Prechtner gibt Entwarnung: "Zum Glück wendet die Finanzverwaltung - auf Anweisung von Bund und Ländern - die Urteile vom Bundesfinanzhof nicht an." Die Regelungen zu den steuerfreien Leistungen der Arbeitgeber gelten also weiterhin.

Nur nachträglich dürfe das Unternehmen nicht einen Teil des Gehalts in Zusatzleistungen umwandeln. "Der Chef kann also nicht sagen: 'Frau Meyer, Sie bekommen 1500 Euro Gehalt. Jetzt wollen wir beide etwas sparen, daher bekommen Sie nur noch 1400 Euro und von mir erhalten Sie 100 Euro Zuschuss für den Kindergarten.'" Zahle der Chef die 100 Euro jedoch zusätzlich zum regulären Lohn, sei das steuerlich in Ordnung, so Prechtner.

Was sind gängige Extras?

  • Monatlich können Arbeitgeber Sachbezüge wie zum Beispiel Tankgutscheine in Höhe von 44 Euro gewähren.
  • Ein Zuschuss für die Fahrten von der Wohnung zum Betrieb wird pauschal mit 15 Prozent versteuert. Fällt ein Job-Ticket für öffentliche Verkehrsmittel unter die 44-Euro-Grenze ist dies steuerfrei. Wird dieser Betrag überschritten, fallen ebenfalls 15 Prozent Steuer an.
  • Die Überlassung von technischen Geräten wie Handy oder Laptop ist steuerfrei - nur beschenken darf der Chef seine Mitarbeiter nicht.
  • Erholungsbeihilfe: Fährt ein Mitarbeiter auf Kur, kann sich der Chef steuerfrei mit bis zu 600 Euro an den Kosten beteiligen. Als Extra für den Urlaub sind 156 Euro für den Arbeitnehmer drin, 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro pro Kind - das muss allerdings pauschal versteuert werden.
  • Die Kostenübernahme von Gesundheitskursen wie Rückenschule oder Rauchentwöhnung ist steuerfrei bis zu 500 Euro im Jahr. Aber Achtung: Fürs Fitnessstudio oder die Mitgliedschaft im Fußballverein gilt das nicht.
  • Kindergartenzuschüsse sind ebenfalls steuerfrei.
  • Gleiche gilt für Zuschläge für Nachtarbeit und Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall aber genau über die Stunden Buch führen.
  • Bei der betrieblichen Altersvorsorge besteht heute der Vorteil der Steuer- und Sozialversicherungsbefreiung. Später, wenn der Arbeitnehmer in Rente geht, muss diese dann jedoch versteuert werden und es fallen Beiträge für die Krankenkasse an.