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Prüfungsangst:Achtung, Adrenalin!

Etwas Nervosität gehört dazu - aber wenn der Druck vor einer Prüfung zu groß wird, leiden nicht nur die Leistungen. Aber auch gegen Schlaflosigkeit und verschwitzte Hände lässt sich etwas tun.

"Das schaffe ich nie! Ich verhaue die Prüfung ganz bestimmt!" Solche Gedanken haben viele Studenten immer mal wieder. Bei einigen wird die Panik allerdings so stark, dass sie unter heftiger Prüfungsangst leiden. Sie haben Herzrasen, Schweißausbrüche und wälzen sich nachts schlaflos hin und her - die bevorstehende Prüfung wird zur Horrorvorstellung.

´Achtung Adrenalin" - Wie sich Prüfungsangst beherrschen lässt

Die Angst vor Prüfungen lässt manche Studenten nächtelang nicht schlafen.

(Foto: dpa)

"Ein bisschen Lampenfieber gehört vor Prüfungen dazu", findet der Psychologe Hans-Werner Rückert, Leiter der Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologische Beratung an der Freien Universität Berlin. Das könne durchaus helfen, immerhin sei man dadurch besser konzentriert und fokussierter. "Aber wenn die Ängste unangemessen groß werden, ist das natürlich nicht mehr sinnvoll oder hilfreich."

Tatsächlich berichten aber immer mehr Studenten von genau diesen Ängsten, erzählt Experte Rückert aus seiner Praxis. "Durch die Umstellung auf die Bachelorstudiengänge zählt nun fast jede Prüfungsleistung für die Endnote. Das heißt, jede Prüfung hat eine größere Bedeutung, das erhöht den Druck." Das hat auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) festgestellt. Einer DSW-Studie zufolge nehmen deutlich mehr Studenten psychologische Beratungen in Anspruch als früher. Demnach ist die Zahl dieser Beratungen seit 2007 um rund ein Viertel gestiegen. Prüfungsangst sei dabei ein typisches Problem.

Andererseits gibt es in den Bachelorstudiengängen häufig mehr schriftliche als mündliche Prüfungen - ein großer Vorteil: "Viele fürchten mündliche Prüfungen mehr, weil sie mit den Prüfern direkt konfrontiert werden", sagt Diplom-Psychologe Rückert. "Die Bewertung durch den anderen ist viel unmittelbarer." Bei einer schriftlichen Prüfung dagegen gibt es mehr Möglichkeiten, das Ganze mit etwas Distanz zu sehen und Niederlagen besser zu verarbeiten.

Grundsätzlich hat Angst auch eine körperliche Komponente. "Man kann sie als eine Art Unruhe bezeichnen", erklärt Michaela Himstedt von der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks Braunschweig. "Der Puls beschleunigt sich, wir schwitzen verstärkt, die Atmung wird flacher. Das sind Stresssymptome", so die Psychologische Psychotherapeutin. Hinzu kämen Angst erregende Gedanken, wie "Ich schaffe es bestimmt nicht, das alles rechtzeitig zu lernen". Hilfreich sind sie nicht, sagt Himstedt: "Gedanken können Gefühle beeinflussen. Meine Bewertungen der Ereignisse können also zu Angst führen.

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