bedeckt München 20°

Liebe, Kinder, Karrieren:Wenn aus Traumpaaren Eltern werden

Bundestag berät abschließend über das Elterngeld

Zwei Karrieren, ein Traumpaar - und dann bringen, plopp, die Kinder alles durcheinander.

(Foto: dpa)

Die beste Geburtsvorbereitung: Räumen Sie das ganze Baby-Klingklong zur Seite und reden Sie nüchtern darüber, wie es beruflich für beide Partner weitergehen soll.

Dies ist ein Text, der ohne Schnörkel auskommt, denn er richtet sich an Menschen, die keine Zeit zu verlieren haben. Wir sind mittendrin in der Rushhour des Lebens, getrieben von anspruchsvollen Chefs und kulleräugigen Kindern. Wir jonglieren, um neben Beruf und Familie auch Fitness, Freunde, Kultur, Naturerlebnisse und die Liebe zueinander noch möglichst hochzuhalten.

Die Liebe? Hatte so schön angefangen. Zwei gute Ausbildungen, gute Karriereaussichten. Ansehen, Aussehen, Erfolg, Wohlstand: alle Zutaten für ein Traumpaar. Am Wochenende Zeit, das Leben und die Liebe zu genießen, schlicht paradiesisch. Dann kamen die Kinder und brachten - plopp - alles durcheinander.

Frauen und Karriere "Man arbeitet jede Woche etwas weniger - dann bleibt Platz für andere Dinge"
PLAN W - Frauen verändern Wirtschaft
Soziologin Jutta Allmendinger

"Man arbeitet jede Woche etwas weniger - dann bleibt Platz für andere Dinge"

Ein Gespräch mit der Soziologin Jutta Allmendinger über die 32-Stunden-Woche, Hausfrauen-Risiken und ihre eigene Männerpolitik im Job.   Interview von Constanze von Bullion und Verena Mayer

Einer macht weiter wie bisher, die andere kümmert sich um die Familie

Bei uns und unseren Freunden war nun klar: Mindestens einer musste jetzt etwas aufgeben. Die Traumpaare tauchten ab in die Mühen der Ebene. Einige von ihnen nach dem alten Muster: Einer (meistens der Mann) machte so weiter, als wäre nichts gewesen und kümmerte sich nur um die Familie, wenn es sein Terminplan erlaubte. Die andere (meistens die Frau) machte vor allem Familie und eher keine Karriere mehr.

Bei nicht wenigen sorgte das für Frust, weil - siehe oben - beide Partner zuvor ähnlich gut ausgebildet und gleichberechtigt waren. Die anderen versuchten den Balanceakt: Beide Partner kümmern sich zu gleichen Teilen um alles, um Karriere und Kinder, wechseln sich ab beim Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen, Organisieren. Klingt nach einem fairen Deal. Klingt aber auch nach einer anstrengenden Sache, die keine Zeit lässt für Faxen. Oder für die Liebe. Das war und ist das Modell des Autors. Und dafür, dass die Familienministerin dieses Modell toll findet, kann er sich auch (noch) nichts kaufen.