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Leistungsdruck im Job:Zeit für Entschleunigung

Wichtig sei es, dagegen zu steuern -leichter gesagt als getan. "Es sind ja oft die eigenen Glaubenssätze, die man meist schon als Kind mitbekommen hat, die einen zur Leistung anleiten", gibt Schmeink zu bedenken. Sie rät dazu, die "Antreiber" des eigenen Handelns zu erkunden und zu hinterfragen. "Warum glaube ich, das eine oder andere schaffen zu müssen? Wie wichtig ist es mir wirklich und warum?" Da helfe es, mit Adlerblick das eigene Leben zu betrachten. Das schaffe in der Regel eine gesunde Distanz.

"Dann kann man sich fragen, was man denn eigentlich im Leben erreichen will", rät die Psychologin. Allerdings sollte das nicht wieder an einen Leistungsgedanken gekoppelt sein. "Wichtig ist, sich zu fragen, wo die Quelle für den empfundenen Leistungsdruck liegt", sagt Karriereberaterin Hofert. Dann gelte es nach Lösungsansätzen zu suchen. "Dann muss man sich überlegen, ob man tatsächlich den Job wechselt, man muss seine eigenen Werte hinterfragen oder sich entscheiden, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen."

Einig sind sich die Psychologen, dass der Mensch nur begrenzt belastbar ist. "Es ist ein frommer Wunsch, aber eine Entschleunigung des Lebens täte unserer angstmotivierten Gesellschaft sehr gut", sagt Gross. Er rät Stressgeplagten, sich positive Scheuklappen anzulegen und nicht jedem Hasen nachzujagen. Doch auch der Psychologe weiß, dass das in der Praxis gar nicht so leicht ist.