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Gewerkschaften - Bautzen:IG-Metall-Chef zu Gast in Oberlausitzer Betrieben

Kamenz/Bautzen/Görlitz (dpa/sn) - Der Chef der Gewerkschaft IG Metall Jörg Hofmann will am Donnerstag und Freitag mit Mitarbeitern von Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ins Gespräch kommen. "Viele Industriebetriebe in Ostdeutschland gibt es nur noch, weil die Belegschaften zusammen mit Betriebsräten und Gewerkschaften dafür gekämpft haben. Die Rettung des Siemens-Standortes in Görlitz ist dafür ein Beispiel", sagte Hofmann der dpa. Die Transformation bedeute für Ostdeutschland den zweiten tiefgreifenden Umbruch innerhalb einer Generation.

"Aufgrund der Vielfältigkeit der betrieblichen Landschaft gibt es unzählige Ansätze, die Region als Blue Print für einen erfolgreichen Strukturwandel zu sehen. Wenn es gelingt die Wertschöpfungsketten in der Produktion wie im Recycling auszubauen, mit dem nötigen politischen Willen zu flankieren und verbunden mit gut tarifierten Industriearbeitsplätzen kann Ostsachsen ein Erfolgsmodell werden", sagte Jan Otto von der IG-Metall Ostsachsen. In den größten Industriebetrieben wie Borbet, Birkenstock, Daimler Accumotive oder Maja Möbelwerke konnten jüngst Betriebsräte gegründet werden.

30 Jahre nach dem Fall der Mauer sei es höchste Zeit, Unterschiede in der Arbeitszeit zwischen West und Ost zu überwinden. Noch immer würden die Beschäftigten in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie drei Stunden in der Woche länger als ihre Kollegen im Westen arbeiten - für das gleiche Geld, sagte IG-Metall-Chef Hofmann. "Jungen Menschen ist dieser Unterschied nicht zu vermitteln. Gerade sie erwarten von uns, dass die Arbeitszeiten angeglichen werden. Eine hohe Tarifbindung ist ein wirksames Instrument, um die Lebensverhältnisse im Osten und im Westen anzugleichen."