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Bewerbung:Nach der Absage an die zweite Chance denken

Denn eine Absage gelte nicht für immer. "Manchmal liegt es ja gar nicht an der Person, sondern daran, dass der Job nicht gepasst hat oder die Qualifikation zu diesem Zeitpunkt nicht", sagt Link. Aus Unternehmenssicht möchte sie diesen Bewerbern gern die Tür für eine Wiederbewerbung offenhalten. Für interessante Kandidaten hat sie deshalb auch eine Alumni-Gruppe in einem Karrierenetzwerk eingerichtet. Dort postet sie regelmäßig Neuigkeiten aus dem Unternehmen und hält Kontakt.

Manchmal klappt es später oder mit einem anderen Job

Allerdings gehen bisher nur wenige Bewerber auf das Feedback-Angebot von Stefanie Link ein. Möglicherweise stehen sich Kandidaten mit ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung selbst im Weg: "Je schmerzhafter und unverständlicher Absagen sind, desto mehr lohnt es sich, dranzubleiben", sagt Karrierecoach Slaghuis. Er rät Kandidaten, die schon im intensiven Kontakt mit einem Unternehmen standen, nach der Absage Professionalität zu beweisen und sich zu bedanken.

"Wenn ich ein echtes Interesse an dem Unternehmen und der Position habe, würde ich mit einem Dankschreiben oder einem Anruf noch mal ein Statement setzen", sagt Slaghuis. Darin sollten Bewerber ihre Wertschätzung für die Gesprächspartner und die Firma zum Ausdruck bringen, Lob und Kritik am Bewerbungsverfahren äußern und auch noch mal betonen, warum sie immer noch glauben, dass diese Stelle gut für sie wäre und was das Unternehmen von ihnen hätte. Anbiedern sollten sie sich jedoch nicht: "Bitte, Bitte sagen, macht einen Bewerber schwach", sagt Slaghuis.

Wie das Arbeitgeber-Feedback von Stefanie Link ist auch das Bewerber-Feedback eine Möglichkeit, gute Voraussetzungen für eine erneute Bewerbung beim gleichen Unternehmen zu schaffen. Besteht der ausgewählte Kandidat die Probezeit nicht oder wird kurz darauf eine ähnliche Stelle frei, kann es dazu beitragen, dass sich ein Personaler noch an den Bewerber erinnert, der nur knapp das Nachsehen hatte.

Nicht Bitte, Bitte sagen, sondern Danke

Dass man mit einem Dankschreiben aber auch postwendend eine zweite Chance bekommen kann, zeigt der Fall von Volkan Sazli. Der 23-Jährige hat sich vor anderthalb Jahren um einen Ausbildungsplatz als Kaufmann für Marketingkommunikation bei der Aktion Mensch beworben. Doch nach der Teilnahme an einem Online-Test wurde er abgelehnt. "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen", sagt Sazli. "Ich wollte diese Stelle unbedingt und hatte in meinen Augen im Test sehr gut abgeschnitten."

Zusammen mit guten Wünschen für das weitere Auswahlverfahren und einem Vorschlag zur Verbesserung des Online-Tests schrieb er das in eine E-Mail an die Personalleiterin. Der imponierte die Hartnäckigkeit und die Kritik des jungen Bewerbers. Einen Tag später ludt sie ihn zum Auswahltermin ein. Die Ausbildungsstelle hat Volkan Sazli am Ende zwar nicht bekommen, geholfen hat ihm die Einladung trotzdem: "Dort habe ich herausgefunden, dass der Arbeitgeber nicht zu mir passt und ich der Stelle nicht nachtrauern muss."

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© SZ.de/mkoh/liv
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