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Ausbildung - Magdeburg:Nach jahrelangem Ringen kommt Azubi-Ticket: VVK ab Dezember

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Ein Schild mit einem großen H markiert eine Haltestelle. Foto: Caroline Seidel/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Magdeburg (dpa/sa) - Nach jahrelangem zähen Ringen steht ein neues verbilligtes Nahverkehrsticket für Auszubildende in den Startlöchern. Von Dezember an laufe der Vorverkauf für das Abo-Modell, sagte ein Sprecher der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft (Nasa) der Deutschen Presse-Agentur. Parallel dazu werde eine große Werbekampagne auf das neue Angebot aufmerksam machen. Die verbilligte Monatskarte für Auszubildende soll ab 1. Januar 2021 landesweit gelten und 50 Euro kosten. Vertreter der Wirtschaft, die das Ticket seit Jahren fordern, begrüßten die Fortschritte, sind aber noch nicht ganz zufrieden.

"Wir sind froh, dass es endlich dazu gekommen ist", sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, der dpa. Es sei das richtige Signal und werde helfen, die Ausbildung attraktiver zu machen. Entscheidend für den Erfolg sei aber, ob das Azubi-Ticket bereits zur Einführung wirklich landesweit gültig ist. "Es darf keine weißen Flecken geben", sagte Grupe. Sollten nicht alle Landkreise mitmachen, gebe es Lehrlinge, die das Ticket nutzen könnten, und andere nicht oder eingeschränkt. "Es darf keine Azubis erster und zweiter Klasse geben."

Derzeit liefen noch die nötigen Vorbereitungen, damit alle Verkehrsunternehmen dabei seien, sagte der Nasa-Sprecher. So müssen die jeweiligen Kreistage in den Regionen grünes Licht geben. Fest an Bord ist bereits der Verkehrsverbund Marego, der Magdeburg mit dem Umland verbindet, sowie die sachsen-anhaltischen Teile des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds rund um Halle. Das Land gibt in den nächsten zwei Jahren jeweils 12,8 Millionen Euro dazu, um das verbilligte Angebot zu finanzieren.

"Wir erwarten in den nächsten Tagen und Wochen weitere Signale aus den Landkreisen", sagte der Nasa-Sprecher. Derzeit sehe es so aus, als ob die landesweite Abdeckung gelinge.

Verbilligte Nahverkehrstickets gibt es auch in benachbarten Bundesländern, wenn auch mit jeweils eigenen Regeln, wo und wie es gilt. Daraus ergebe sich ein Wettbewerbsnachteil für die Betriebe in Sachsen-Anhalt, die angesichts des Fachkräftemangels dringend auf Nachwuchs angewiesen seien, so das Argument von Kammern und Gewerkschaften. Auch gegenüber Studierenden, die vielerorts verbilligte Semestertickets nutzen könnten, seien Lehrlinge im Hintertreffen.

Das CDU-geführte Verkehrsministerium hielt ein Azubi-Ticket lange für zu kompliziert und zu teuer und warb dafür, stattdessen höhere Fahrtkostenzuschüsse für die Wege zur Berufsschule zu zahlen. Das reichte dem Koalitionspartner SPD und den Wirtschaftsvertretern nicht und letztlich setzten sie das verbilligte Monats-Abo durch.

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