Arbeiten in Deutschland:Anforderungen an Ärzte, Kranken- und Altenpfleger

Ärzte

In diesem Beruf wurden 2014 mit Abstand die meisten Anträge auf Anerkennung gestellt. Er ist bundesrechtlich reglementiert. Das bedeutet: Ohne die behördliche Anerkennung - bei Ärzten ist das die sogenannte Approbation - darf niemand in Deutschland als Mediziner arbeiten. Die Umsetzung dieser Regelung liegt bei Landesbehörden. Eine Person, die in München als Arzt arbeiten will, muss ihren Antrag also in Bayern stellen. Wobei die Anerkennung in einem Bundesland dann automatisch für das gesamte Bundesgebiet gilt. Ähnlich verhält es sich bei Zahnärzten.

EU-Abschlüsse sind inländischen Abschlüssen in der Regel gleichgestellt. Auch wer kein EU-Bürger ist, aber seinen Hochschulabschluss in einem EU-Staat erworben hat, kann sich darauf berufen. Für Qualifikationen aus Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz fordern die Anerkennungsstellen hingegen fast immer das erfolgreiche Ablegen einer Prüfung, die sich über sämtliche Inhalte des deutschen Medizinstudiums erstrecken kann. Dafür werden von mehreren Anbietern Vorbereitungskurse angeboten. Die Kosten des Verfahrens und der Kurse können unter Umständen durch Träger wie Jobcenter und Arbeitsagenturen übernommen werden.

Krankenpfleger

Gesundheits- und Krankenpfleger gilt als Mangelberuf. Er steht auf der Positivliste der Bundesarbeitsagentur, die alle Berufe aufführt, in denen Fachkräftemangel herrscht. Bei der Zahl der Anträge auf Anerkennung steht er an zweiter Stelle. Auch dieser Beruf ist nach Bundesrecht reglementiert: Ohne eine behördliche Anerkennung darf niemand als Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten. Um den im Ausland erlernten Beruf in Deutschland ausüben zu können, müssen sich die Bewerber an die für ihren gewünschten Tätigkeitsort zuständige Anerkennungsstelle wenden. Wer also in Niedersachsen als Krankenpfleger arbeiten will, muss seinen Antrag bei einer niedersächsischen Behörde stellen. Die Anerkennung in einem Bundesland gilt automatisch für das gesamte Bundesgebiet.

Altenpfleger

Altenpfleger ist ebenfalls ein Mangelberuf. Und auch hier ist der Zugang bundesweit einheitlich geregelt. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die gesetzlichen Regelungen von 2012 kaum greifen. Aus Sicht der Anerkennungsstellen können die ausländischen Qualifikationen nicht mit dem deutschen Berufsprofil verglichen werden, weil im internationalen Umfeld kaum speziell auf die Altenpflege ausgerichtete Studiengänge oder Ausbildungsberufe existieren. Antragsteller haben bessere Chancen auf eine Tätigkeit nahe ihrem erlernten Beruf, wenn sie sich um eine Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger bemühen.

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