bedeckt München

Arbeit - Hannover:Krankenkasse: Zeitarbeiter stärker gesundheitlich belastet

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa/lni) - Erwerbstätige in Zeitarbeit waren im vergangenen Jahr nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) deutlich länger krankgeschrieben als regulär Beschäftigte. In Niedersachsen hätten Zeitarbeiter im Schnitt 20,8 Tage gefehlt, regulär Beschäftigte nur 16,2 Tage, teilte die Krankenversicherung mit. Ein Grund seien vor allem die körperlich belastenden Jobs in Lager, Logistik und Transport, in denen Zeitarbeiter häufig eingesetzt seien, sagte Raphael Koßmann, Leiter Regionales Vertragswesen der TK in Niedersachsen.

Das Risiko Zeitarbeit hatte die TK auch in ihrem Gesundheitsreport 2020 thematisiert. Die Erhebung sei nicht repräsentativ, kritisierte daraufhin der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister. Für die Versicherten der AOK gelte nicht, dass Zeitarbeiter grundsätzlich mehr Fehltage hätten als andere Beschäftigte, teilte die AOK Niedersachsen auf dpa-Anfrage mit.

In Niedersachsen fehlten Zeitarbeiter laut Techniker Krankenkasse am häufigsten wegen Rückenschmerzen & Co. - und zwar im Durchschnitt 4,61 Tage gefolgt von psychischen Diagnosen (3,32 Fehltage) und Verletzungen (2,43 Tage). "Durch die Corona-Pandemie hat sich die Arbeitsmarktsituation insbesondere für Zeitarbeiter verschärft", sagte Koßmann. Notwendig sei eine betriebliche Gesundheitsförderung, etwa die Schulung in rückenschonenden Hebe- und Tragetechniken.

Insgesamt waren Erwerbstätige in Niedersachsen 2019 laut TK im Durchschnitt 16,2 Tage krankgeschrieben - dies lag über dem Bundesschnitt von 15,4 Tagen. Für den Gesundheitsreport wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,3 Millionen bei ihr versicherten Erwerbstätigen aus. Für Niedersachsen wurden die Daten von rund 457 000 Frauen und Männern analysiert.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema