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Virus in Westafrika:Liberia und Guinea melden neue Ebola-Fälle

Patienten in Conakry, Guinea, unter Quarantäne

(Foto: AFP)
  • In Liberia und Guinea gibt es neue Ebola-Infektionen, dennoch hat die Weltgesundheitsorganisation vor wenigen Tagen die höchste Gesundheitswarnstufe beendet.
  • Die Staaten seien besser gegen das Virus gewappnet, so die WHO.
  • Ein vereinzeltes Wiederaufflammen der Erkrankung könne nicht ausgeschlossen werden, da Überlebende noch Viren in sich tragen können.

In Westafrika haben sich in den vergangenen Tagen mehrere Personen neu mit Ebola infiziert. Liberia bestätigte, dass eine Frau auf dem Weg zum Krankenhaus in der Hauptstadt Monrovia an der Viruserkrankung gestorben ist. Ihr fünfjähriger Sohn hat sich nach Regierungsangaben ebenfalls mit dem Virus angesteckt und wird in einer Spezialklinik behandelt. Das Nachbarland Guinea meldete bereits vor zehn Tagen drei neue Ebola-Fälle, alle drei Personen starben. Dennoch erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO wenige Tage später den "internationalen Gesundheitsnotfall" in Westafrika für beendet, diese höchste Warnstufe galt seit August 2014 in Westafrika. Wie lässt sich diese Entwarnung mit den neuen Fällen vereinbaren?

Tatsächlich gibt es gute Gründe, warum die WHO gelassen bleibt. In allen drei hauptsächlich von Ebola betroffenen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone gilt nach wie vor, dass der ursprüngliche Ausbruch des Ebola-Virus zum Erliegen gekommen ist, dass der Übertragungsweg des ersten Virus-Strangs also unterbrochen wurde. Dennoch kann es zu einem gelegentlichen Wiederaufflammen des Virus kommen, da das Virus in überlebenden Erkrankten einige Zeit überdauern kann. Selbst wer sich vollständig von der Erkrankung erholt hat, erklärte die WHO, könne das Virus noch ein Jahr später sexuell übertragen.

Die westafrikanischen Staaten haben sich gewappnet

Ein solches Wiederauflodern habe die WHO erwartet, erklärte Generalsekretärin Margaret Chan. Aber: "Unsere Werkzeuge sind schärfer." Etwa 1000 Experten der WHO in Westafrika können mittlerweile auf jeden neuen Fall gezielt reagieren, auch die betroffenen Staaten selbst haben effektive Strukturen gegen das Virus aufgebaut. So sind elf der zwölf jüngsten "Cluster" - so nennen die Gesundheitsexperten Ansammlungen von Ebola-Erkrankungen - bereits früh wieder zum Erliegen gekommen. 900 Personen, die mit Infizierten möglicherweise Kontakt hatten, werden von Ärzten auf Symptome überwacht. Die Länder hätten nun die nötigen Kapazitäten, um schnell auf neue Notfälle zu reagieren, erklärte die WHO anerkennend. Erstmals stehen nun auch Impfstoffe zur Verfügung, um das Virus einzudämmen.

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Die bislang schwerste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976 in der Demokratischen Republik Kongo hatte im Dezember 2013 in Guinea ihren Anfang genommen. Sie breitete sich anschließend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und im Senegal sowie in Spanien und in den USA. Durch die Epidemie starben laut WHO bei insgesamt etwa 28 000 registrierten Fällen mehr als 11 300 Menschen.

Mitte Januar hatte die WHO die Epidemie in Westafrika offiziell für beendet erklärt, vereinzelte neue Fälle aber nicht ausgeschlossen.

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