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Ebola:Chronik eines beispiellosen Ausbruchs

So schlimm wie derzeit in Westafrika hat Ebola noch nie gewütet. Die Epidemie dauert ungewöhnlich lange und erstreckt sich über eine beunruhigend große Fläche. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Quelle: AFP

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So schlimm wie in Westafrika hat Ebola noch nie gewütet. Die Epidemie dauert ungewöhnlich lange und erstreckt sich über eine beunruhigend große Fläche. Eine Chronologie der Ereignisse.

23. März 2014: Im westafrikanischen Guinea sind laut einem Radiobericht etwa 60 Menschen an Ebola gestorben, es gibt fast 100 Infizierte. Rückblickend gehen Experten davon aus, dass es schon im Dezember 2013 erste Erkrankungen in der Region gab. (Foto vom 1.4.2014)

Ebola in Liberia

Quelle: dpa

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25. März 2014: Die Krankheit wird auch im Nachbarland Liberia nachgewiesen, mindestens fünf Menschen sind zu dem Zeitpunkt bereits daran gestorben. (Foto vom 18.6.)

Government health workers are seen during the administration of blood tests for the Ebola virus in Kenema

Quelle: REUTERS

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26. Mai 2014: Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt bekannt, dass die Epidemie Sierra Leone erreicht hat. Fünf Menschen sind an dem Virus verstorben. Das Land schließt daraufhin seine Grenzen. (Foto vom 2.7.)

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20. Juli 2014: Die Krankheit hat Nigeria erreicht. Ein Liberianer bricht Medienberichten zufolge bei seiner Ankunft am Flughafen von Lagos zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Zwei Tage später stirbt er - an Ebola. Am 26. Juli versetzt das Land seine Sicherheitskräfte an Flughäfen, Seehäfen und Landesgrenzen in höchste Alarmbereitschaft. (Foto vom 26. Juli).

Khan, head doctor fighting the deadly tropical virus Ebola in Sierra Leone, poses in Freetown

Quelle: Umaru Fofana/Reuters

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28. Juli 2014: Ebola wird zum Thema für Deutschland. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gibt bekannt, dass die WHO gefragt habe, ob das Klinikum einen erkrankten Mediziner behandelt könne. Die Hansestadt hatte sich bereit erklärt, den Mann aufzunehmen. Es handelte sich um Sheik Umar Khan, einen der wichtigsten Ebola-Experten Sierra Leones, der sich bei der Arbeit infiziert hatte.

Zu der Überführung kommt es allerdings nicht mehr. Der Arzt stirbt an Ebola. Er ist nicht der erste Mediziner, der dem Virus erliegt. Doch sein Schicksal gibt der Epidemie ein Gesicht.

Ebola Stricken Dr. Kent Brantly In Liberia

Quelle: Getty Images

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5. August 2014: Erstmals wird ein bisher nur an Tieren getestetes Medikament zur Behandlung von Ebola eingesetzt. Der US-amerikanische Arzt Kent Brantly (auf dem Archivfoto zu sehen) und seine Kollegin, die Krankenschwester Nancy Writebol, erhalten die experimentelle Therapie. Beide hatten sich bei ihrer Arbeit in Liberia mit Ebola infiziert. Bei beiden schlägt das Medikament an; sie genesen.

Eine Woche später wagt die WHO einen heiklen Schritt. Sie empfiehlt offiziell, auch nicht zugelassene und noch nicht an Menschen getestete Medikamente gegen Ebola einzusetzen.

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8. August 2014: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ebola-Epidemie als internationalen Gesundheitsnotfall ein. Alle betroffenen Länder sollen - soweit noch nicht passiert - den nationalen Notstand ausrufen, Krisenstäbe einrichten und die Grenzen kontrollieren. "Alle Maßnahmen sind darauf gerichtet, eine weitere internationale Ausbreitung zu verhindern", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan (auf dem Foto zu sehen).

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Quelle: dpa

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27. August 2014: Nun wird tatsächlich ein erster Patient nach Deutschland gebracht. Der erkrankte Mitarbeiter der WHO wird im Universitätskrankenhaus in Hamburg-Eppendorf behandelt. Er hatte sich in Sierra Leone angesteckt. Später kann er als geheilt entlassen werden.

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28. August 2014: Die WHO veröffentlicht eine düstere Prognose: Noch etwa neun Monate müsse die Welt mit der Seuche leben. Die Zahl der Infizierten könnte auf 20 000 steigen. Die soziale und wirtschaftliche Lage in den betroffen Ländern (auf dem Foto eine Frau aus Liberia) verschlechtert sich. Durch Quarantänemaßnahmen, Reise- und Transportbeschränkungen kommt es zu Unruhen, Panik-Käufen, steigenden Preisen und Nahrungsmittelknappheit.

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29. August 2014: Die Seuche erreicht den Senegal. Ein aus Guinea eingereister Mann brachte das Virus ins Land. Der Infizierte wurde sehr schnell isoliert, die Bevölkerung aufgeklärt, wie auf dem Foto zu sehen. Dem Land gelingt es damit, eine Ausbreitung des Virus von Anfang an zu verhindern. Es gibt keine weiteren Infizierten.

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17. September 2014: Die Seuche bekommt größere Aufmerksamkeit. US-Präsident Barack Obama nennt den Ebola-Ausbruch in Westafrika eine Bedrohung für die globale Sicherheit - und kündigt an, etwa 3000 Soldaten zur Unterstützung nach Westafrika zu schicken. In Liberia (wie auf dem Foto zu sehen) berichten die Zeitungen groß darüber. Zwei Tage später nennt der UN-Sicherheitsrat die Epidemie eine "Gefahr für Frieden und Sicherheit der Welt". Die Vereinten Nationen kündigen eine Sondermission zur Bekämpfung der Krankheit an.

A general view of the Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas

Quelle: REUTERS

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30. September 2014: Erstmals wird eine Ebola-Infektion außerhalb Westafrikas diagnostiziert. Ein Mann, der aus Liberia in die USA reiste, schleppte das Virus nach Texas ein. Vier Tage nach seiner Einreise wird er in das Texas Heath Presbytarian eingeliefert, wo er später stirbt.

Health workers attend a protest outside La Paz Hospital calling for Spain's Health Minister Ana Mato to resign after a Spanish nurse contracted Ebola, in Madrid

Quelle: Andrea Comas/Reuters

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7. Oktober 2014: Erstmals steckt sich ein Mensch in Europa mit Ebola an. Eine spanische Pflegerin, die Kontakt zu einem in Westafrika erkrankten Geistlichen hatte, entwickelt ebenfalls Ebola-Symptome. Sie überlebt die Infektion.

Nigeria free from Ebola

Quelle: dpa

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20. Oktober 2014: Nigeria ist offiziell Ebola-frei. 42 Tage lang - das entspricht zweimal der maximalen Inkubationszeit - war kein neuer Fall mehr aufgetreten. In Nigeria hatte es zwanzig Erkrankte gegeben, acht davon starben. Wenige Tage zuvor war auch der Senegal als frei von Ebola erklärt worden. Dort hatte es nur einen einzigen Infizierten gegeben.

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24. Oktober 2014: Aus einem weiteren westafrikanischen Land wird ein Ebola-Fall gemeldet. Ein zweijähriges Mädchen aus Mali ist positiv auf das Virus getestet worden. Sie hatte sich zuvor in Guinea aufgehalten.

12. November 2014: Während der erste Ebola-Fall in Mali ohne Folgen bleibt, kommt es im November zu einem zweiten, unabhängigen, Ausbruch. Ein Geistlicher aus Guinea brachte das Virus über die Grenze. Der Präsident des Landes, Ibrahim Boubacar Keita (Foto), demonstriert der Bevölkerung wenige Tage später Hygienemaßnahmen gegen die Epidemie.

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27. November 2014: US-Forscher melden erste Erfolge bei der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffs. Das Vakzin namens "VRC 207" sei an 20 Menschen getestet worden (Foto). Es sei gut verträglich und habe wie gewünscht eine Immunantwort hervorgerufen. Umfangreichere Tests sollen folgen.

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Quelle: AP

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Mitte Januar 2015: Es kommen gute Nachrichten aus Westafrika: Die WHO erklärt den zweiten Ausbruch in Mali am 19. Januar 2015 offiziell für beendet. In den drei am stärksten betroffenen Ländern sinkt die Zahl der Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit dem Sommer 2014. In Guinea öffnen die Schulen wieder (Foto). Impfstofftests sind in Planung.

Liberia Turns Towards Normalcy As Fight Continues To Eradicate Ebola

Quelle: Getty Images

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Ende Januar 2015: Die WHO verkündet erstmals, ein Ende von Ebola sei in Sicht. Weniger als 100 Neuinfektionen pro Woche wurden registriert. In Liberia bereiten sich Schulen und Kindergärten darauf vor, Anfang Februar wieder zu öffnen.

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Quelle: AP

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9. Mai 2015: Die WHO erklärt Liberia für Ebola-frei. Es hat als erstes der drei am stärksten betroffenen Länder die Seuche besiegt. 4700 Menschen waren an der Infektionskrankheit gestorben. Ende Juni meldet das Land jedoch eine neue Infektion.

Ebola Treatment Center As Guinea Economy Rebuilds Ahead Of October Election

Quelle: Bloomberg

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6. Oktober 2015: Erstmals sind in allen drei westafrikanischen Ländern keine Ebola-Infektionen mehr aufgetreten. Liberia gilt schon ab 3. September als offiziell Ebola-frei, in Sierra Leone sind nun drei Wochen ohne Neuinfektionen verstrichen. In Guinea wurden in der Woche zuvor vier neue Ebolafälle registriert.

Gestohlene Kindheit: (Über)Leben nach Ebola?

Quelle: dpa

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29. Dezember 2015: Guinea wird offiziell für frei von Ebola erklärt. In der Zwischenzeit war die Erkrankung allerdings in Liberia wieder aufgeflammt.

Liberia Turns Towards Normalcy As Fight Continues To Eradicate Ebola

Quelle: Getty Images

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14. Januar 2016: Nun wird auch Liberia für ebolafrei erklärt. Damit ist Westarfrika von der Seuche erlöst.

© Süddeutsche.de/dpa/beu/chrb

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