Masern-Impfung Vom Mythos der Abhärtung

Macht es stark, die Krankheiten durchzustehen?

Dafür gibt es keine Hinweise. Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder durch die Masern einen Entwicklungsschub durchgemacht haben. Wahrscheinlicher ist, dass den Eltern das nur so vorkommt, weil die Kinder wegen der schweren Krankheit wochenlang schlapp waren. Die Abwehrkräfte brauchen keine gefährlichen Krankheiten, um zu reifen. Sie haben auch so genügend Gelegenheit dazu.

Wie schütze ich mein Baby vor Masern, das noch nicht geimpft werden kann?

Wenn die Mutter einmal die Masern hatte, genießen Babys zehn Monate lang Nestschutz. Wurde die Mutter geimpft, sind es drei bis sechs Monate. Zugelassen ist die MMR-Impfung ab neun Monaten, es kann aber auch schon mit sechs Monaten geimpft werden. Um ihre Babys zu schützen, sollten sich Eltern selbst impfen lassen.

Kann man sich auch im Freien anstecken?

"Außerhalb von geschlossenen Räumen ist das Risiko für eine Ansteckung sehr gering", sagt Martin Terhardt. Volle Wartezimmer beim Kinderarzt seien dagegen zu meiden. Auch sollten ungeimpfte Kinder möglichst keine Krippe besuchen.

Was ist, wenn mein Impfpass weg ist?

Dann sollte man durchimpfen, um keine falsche Sicherheit vorzugaukeln. "Das Durchimpfen ist heute kein Problem mehr", sagt Klaus Schäfer, Vizepräsident der Hamburger Ärztekammer.

Ist die Stiko nur ein Handlanger der Impfstoffhersteller?

Viele Mitglieder der Stiko haben Geld von Pharmafirmen genommen - etwa weil sie deren Impfstoffe in Studien getestet haben. Das ist ein weit verbreitetes Problem in der Medizin, weil es an der öffentlichen Finanzierung von Studien fehlt.

Gibt es im Impfplan auch Impfungen, die weniger wichtig sind?

Ein Schutz vor Windpocken ist nicht unbedingt nötig. "Das ist keine lebensbedrohliche Krankheit", sagt auch Martin Terhardt. Allerdings bieten zwei Spritzen einen lebenslangen Schutz - vermutlich auch vor der Gürtelrose, eine Spätkomplikation der Windpocken. Zudem wird die Impfung gegen Hepatitis B schon für Babys empfohlen, obwohl die Krankheit durch Blut und beim Sex übertragen wird. Eine Impfung im frühen Teenageralter, wäre wohl Schutz genug. Allerdings sehen Ärzte ihre jugendlichen Patienten nur selten.