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Insektenplage:Begrenzt wirksame Mittel gegen Mücken

Licht vermeiden: Mücken sind keine Motten, sie werden nur wenig vom Licht angezogen. Den Weg zu den Opfern weist ihnen wohl in erster Linie das ausgeatmete Kohlendioxid. Die Blutsauger können es aus Entfernungen bis zu 30 Metern detektieren. Sind sie erst mal näher gekommen, werden die Biester wählerisch. An wem sie sich laben, hängt wahrscheinlich vor allem von dessen Wärme und Geruch ab. Dies ermöglicht theoretisch einen weiteren Schutz:

Sich neben Menschen aufhalten, die auf Mücken besonders anziehend wirken: Statistisch gesehen haben Sie höhere Chancen von Stichen verschont zu bleiben, wenn Sie sich neben einem möglichst großen und schwitzenden Menschen aufhalten. Größere und kräftiger gebaute Menschen - und damit viele Männer - werden häufiger gestochen. Ursache ist wahrscheinlich, dass ihre Körperwärme etwas höher ist, da sie Wärme besser speichern können. Auch der Geruch des Schweißes scheint in vielen Fällen Mücken anzulocken. Dennoch sind gerade die Geruchsvorlieben der Mücken nicht wirklich verstanden, so dass dieser Trick nicht in jedem Fall funktionieren dürfte - ganz abgesehen vom moralischen Zweifel, einen anderen Menschen als Mückenfalle zu benutzen.

Helle, lockere Kleidung tragen: Etliche Studien haben Beobachtungen gestützt, wonach Mücken sich am liebsten auf dunklen Flächen niederlassen. Das schwarze T-Shirt lockt sie also eher an. Wenn es dann noch eng am Körper liegt, können die Tiere leicht hindurchstechen. Zugleich scheuen die Tiere Polyester mehr als Baumwolle, doch will man diese Erkenntnis wirklich zum Mückenschutz heranziehen?

Kerzen: In einem Feldversuch konnte eine brennende Kerze die Zahl der Mückenstiche um 23 Prozent gegenüber einer Kontrollgruppe ohne Kerzenschein verringern. Allerdings hatten sich für den Stechversuch insgesamt nur acht Teilnehmer gefunden, die Aussagekraft ist also begrenzt.

Citronella-Kerzen: In dem gleichen Mini-Versuch wurden Kerzen mit Citronella-Geruch untersucht. Wer sich nahe der Duftkerzen aufhielt, zählte anschließend 42 Prozent weniger Stiche als die Probanden, die den Insekten ohne Hilfsmittel ausgesetzt waren.

Citronella-Öl für die Haut: Es scheint etwas zu helfen. Eine Übersichtsstudie kam 2011 zu dem Schluss, dass das auf die Haut geriebene Öl einen Schutz für 1,5 bis fünf Stunden bietet - abhängig von Mückenart und Konzentration des Öls. Für die Nacht fällt diese Methode damit jedoch aus. Und ganz so sanft wie oft angenommen sind solche Öle auch nicht. Prinzipiell sollten ätherische Öle nicht bei Babys und Kleinkindern angewendet werden, weil die Gefahr von Hautreizungen und Atemproblemen besteht. Öle anderer Pflanzen schützen noch kürzer oder gar nicht oder sind nicht ausreichend untersucht. Keinen Effekt konnte Stiftung Warentest bei Mückenarmbändern feststellen, die mit ätherischen Ölen versehen waren.

Mosquito-Netze und Gaze: Fenstergaze und Netze, die fest unter die Matratze gestopft werden, halten Mücken zuverlässig fern. Wer sich im Freien aufhält, braucht allerdings einen anderen Schutz.