bedeckt München 23°

Gesundheit - Stuttgart:Weniger Krankenhäuser? Lucha sieht sich bestätigt

Stuttgart (dpa/lsw) - Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sieht sich durch die Bertelsmann-Studie, nach der in Deutschland mehr als jedes zweite Krankenhaus geschlossen werden müsste, in seiner Politik bestätigt. Krankenhäuser müssten sowohl die notwendige Spezialisierung als auch die gebotene Breite des medizinischen Spektrums mit ausreichendem Personal abbilden können. "Das sind nun einmal vor allem größere und besonders leistungsfähige Krankenhäuser", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Die Krankenhauslandschaft im Südwesten sei in einem gewaltigen Umbruch. Viele kleinere Krankenhäuser seien bereits geschlossen worden. In Lörrach entstehe ein Zentralklinikum, das vier bisherige Krankenhäuser ersetze. Im Ortenaukreis werde man aus neun Krankenhäusern vier große und leistungsfähige Kliniken machen. Im Kreis Böblingen bündele man die stationären Kapazitäten im neuen Flugfeldklinikum. Im Zollernalbkreis solle ein Zentralklinikum entstehen - ebenso wie im Landkreis Waldshut.

In diesem Jahr stehen laut Lucha mit über 570 Millionen Euro so viel Fördermittel für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung wie nie zuvor. Allerdings müssten die Bedürfnisse jeder einzelnen Region gesondert betrachtet werden und die flächendeckende Versorgung sichergestellt sein. Chaotisch verlaufende Krankenhausschließungen, die Versorgungslücken hinterließen, seien völlig inakzeptabel. Man dürfe den Blick nicht nur auf die Krankenhausversorgung verengen. Ambulante und stationäre Versorgung müssten mit Pflege und anderen Gesundheitsdienstleistern verzahnt werden.

Die Bertelsmann Stiftung hatte in einer Studie vorgeschlagen, mehr als jedes zweite Krankenhaus in Deutschland zu schließen. Das Argument: Eine Bündelung von Ärzten, Pflegepersonal und medizinischen Geräten an weniger Kliniken könnte die Qualität der Versorgung verbessern.