Gesundheit - Magdeburg:Land bekommt neuen Impfstoff und bleibt Corona-Hotspot

Corona
Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Magdeburg (dpa/sa) - Parallel zum "Impfgipfel" von Bund und Ländern erwartet Sachsen-Anhalt am Montag Nachschub beim Impfstoff. Knapp 20 000 Dosen von den Herstellern Biontech/Pfizer sowie Moderna sollen ankommen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im gesamten Februar sollen knapp 130 000 weitere Dosen geliefert werden.

Da für eine volle Schutzwirkung jeweils zwei Dosen verabreicht werden müssen, könnten mit den bisher geplanten Februar-Lieferungen knapp 65 000 Männer und Frauen geimpft werden. In Magdeburg soll am Montag erstmals das Impfzentrum in der Messehalle öffnen, um Hochbetagte zu versorgen, die nicht in Pflegeheimen leben.

Unterdessen kommen aus der Magdeburger Uniklinik Warnungen vor vorschnellen Lockerungen wegen sinkender Fallzahlen. "Wir spüren auf den Intensivstationen, anders als die Zahlen den Anschein erwecken, derzeit keine Entspannung", sagte der Magdeburger Uniklinik-Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag).

Walcher sprach über die bundesweite Situation, die sich jedoch auch in Sachsen-Anhalt zeigt. "Unsere größte Sorge ist, dass durch die Impfungen und Lockerungsdiskussionen der Eindruck erweckt wird, die Krise sei bald überwunden, und die Vorsicht der Bürger, sich an die notwendigen Maßnahmen zu halten, nachlässt", sagte Walcher. "Wenn das passieren sollte, dann werden wir eine dritte Welle mit Virusmutationen erleben, deren Folgen unabsehbar sind."

In Sachsen-Anhalt wie bundesweit wird seit Ende Dezember gegen das Coronavirus geimpft, wegen Lieferengpässen geht es langsamer voran als geplant. Bis Samstag wurden laut Übersicht des Landes 49 435 Männer und Frauen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, fast 20 000 bekamen schon beide Dosen.

Die jetzt angekündigten Februar-Liefermengen seien erst am Wochenende vom Bundesgesundheitsministerium aktualisiert worden, sagte der Sprecher des Landesministeriums. Bund und Länder beschäftigen sich bei einem sogenannten Impfgipfel am Montagnachmittag mit Problemen bei der Terminvergabe und Lieferengpässen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will nach den Beratungen am Abend über Ergebnisse und die Folgen für das Land informieren.

Sachsen-Anhalt ist beim Infektionsgeschehen trotz leichter Entspannung weiterhin das zweitstärkst betroffene Bundesland. Zwar meldeten die Gesundheitsämter sowohl am Samstag (+383) als auch am Sonntag (+368) jeweils gut 100 neue Corona-Fälle weniger als in der Vorwoche, wie aus der Übersicht des Landes hervorgeht. Laut Robert Koch-Institut (RKI) war jedoch nur Thüringen stärker vom Infektionsgeschehen betroffen. Binnen sieben Tagen steckten sich rechnerisch 170 von 100 000 Sachsen-Anhaltern nachweislich mit dem Coronavirus an. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 213. Den Bundesschnitt gab das RKI am Sonntag mit 90,2 an.

Laut Landesgesundheitsministerium müssen derzeit 179 Menschen mit Covid-19-Erkrankungen auf der Intensivstation behandelt werden. Diese Zahl ist seit einer Woche nahezu unverändert. Obwohl der Anteil der Neuansteckungen je 100 000 Einwohner und Woche in Halle inzwischen unter den Landesschnitt gesunken sei, sei die Belegungskurve in den Krankenhäusern relativ stabil, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Sonntag. In der Saalestadt sind derzeit 35 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Ampel der Kliniken stehe weiter auf gelb bis rot.

Seit vorigem Frühjahr starben 1760 Männer und Frauen im Land mit einer Corona-Infektion. Von Samstag auf Sonntag wurden neun weitere Tote gemeldet. An Neujahr lag die Zahl der Corona-Sterbefälle laut damaliger Übersicht des Gesundheitsministeriums bei 679. Damit sind im Januar 1081 Corona-Tote gemeldet worden - mehr als in allen früheren Monaten seit Beginn der Pandemie zusammen.

© dpa-infocom, dpa:210131-99-244392/5

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