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Gesundheit - Heilbad Heiligenstadt:Erstmals seit 1945 keine Palmsonntagsprozession

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Katholische Gläubige bei der Palmsonntagsprozession im Eichsfeld. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Heiligenstadt (dpa/th) - Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren ist die katholische Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt abgesagt worden. Grund ist das Verbot öffentlicher Veranstaltungen in Thüringen wegen der Coronavirus-Pandemie, wie die Propstpfarrgemeinde St. Marien mitteilte. An der jahrhundertealten Prozession beteiligen sich normalerweise Tausende Gläubige, um eine Woche vor Ostern an den Einzug Jesu in Jerusalem zu erinnern. Dem Einzug folgte nach der biblischen Überlieferung der Leidensweg, an dessen Ende Jesus am Karfreitag gekreuzigt wurde und starb, bevor er an Ostern auferstand.

Die nach Angaben der Pfarrgemeinde seit 1734 am Palmsonntag veranstaltete Prozession ist in ihrer langen Geschichte zuvor dreimal abgesagt worden, wie Propst Hartmut Gremler sagte. 1945 führten die Wirren der letzten Kriegstage zur Absage. Im 18. und 19. Jahrhundert hatte es je eine Absage gegeben. Heute gehört die Palmsonntagsprozession im katholisch geprägten Eichsfeld zu den größten im deutschsprachigen Raum und ist immaterielles Kulturerbe der Unesco.

Der Palmsonntagsgottesdienst in der Marienkirche wird am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Ein weiterer Gottesdienst am Palmsonntag in der Heiligenstädter Ägidienkirche soll im Internet übertragen werden.

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