bedeckt München 29°

Gesundheit - Hamburg:Krankenhausbewegung: Vorbereitungen voll übernehmen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger Krankenhausbewegung hat die Stadt Hamburg mit Blick auf das sich immer weiter ausbreitende Coronavirus zu einer vollumfassenden Koordinierung der Pandemie-Vorbereitungen aufgefordert. "Was jetzt nötig ist: eine Umkehr um 180 Grad. (..) Diese Koordinierung und Kontrolle findet derzeit nicht statt, und das ist unverantwortlich", hieß es in einem am Freitag veröffentlichten offenen Brief an den Bürgermeister Peter Tschentscher und Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (beide SPD).

Derzeit seien die Krankenhäuser sich selbst überlassen und es herrschten nicht einmal einheitliche Hygienemaßnahmen. "Die Vorbereitung auf die Corona-Welle darf nicht dem Markt überlassen werden. Hamburg muss jetzt mehr in die Verantwortung", sagte Bewegungssprecher Maik Sprenger am Freitag in Hamburg dazu.

Der selbst organisierte Zusammenschluss aus Beschäftigten verschiedener Berufsgruppen in Hamburger Krankenhäusern appellierte eindringlich, dass die Verteilung von Schutzmaterial an die Häuser endlich zentral koordiniert werden müsse. Das gelte auch für Personal. "Aktuell konkurrieren die Häuser untereinander in der Beschaffung von Material. Das führt dazu, das sogar auf Stationen, wo positiv getestetes Klinikpersonal in Patientenkontakt war, keine Schutzausrüstung getragen werden kann. Beenden sie diese gefährlichen Zustände!", hieß es in dem offenen Brief.

Deshalb forderte die Krankenhausbewegung die Stadt außerdem auf, den Aufbau von Produktionskapazitäten für Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel wie in Bayern und Baden-Württemberg zu veranlassen. Auch sollten alle Klinikmitarbeiter und -patienten täglich auf das Coronavirus getestet werden - egal, ob sie als Verdachtsfall gelten oder nicht. So könnten die Beschäftigten bis zum Moment der Ansteckungsgefahr im Team arbeiten und dann mit Quarantäne die Umgebung schützen.

Erneut bekräftigte die Bewegung ihre Forderungen nach mehr Reinigungspersonal und nach Krisenstäben, in den auch qualifizierte Vertreter aus allen Klinikbereichen sitzen und die von den Gesundheitsämtern kontrolliert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite