Gesundheit:G7: Zugang zu Impfstoffen für Kampf gegen Omikron zentral

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Gesundheit
Mittlerweile sind in etlichen Ländern Fälle der Omikron-Variante aufgetaucht. Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa (Foto: dpa)

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London/Berlin (dpa) - Die Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) sehen in einem breiten Zugang zu Impfstoffen eine zentrale Voraussetzung für den Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron.

Es sei von "strategischer Relevanz", den Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einer von Großbritannien einberufenen Schaltkonferenz der G7 am Montag. Zu der Gruppe gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

Die neue Corona-Variante, deren Entdeckung südafrikanische Virologen in der vergangenen Woche bekanntgegeben hatten, ist inzwischen in etlichen Ländern aufgetaucht, auch in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das globale Risiko von Omikron vorsorglich als "sehr hoch" ein. Mehrere Staaten haben nach Auftreten von Omikron wieder schärfere Reisebeschränkungen verhängt.

Neue oder nunmehr bestätigte Fälle meldeten neben Deutschland Österreich, die Schweiz, Schottland, Schweden, Israel, Spanien und Kanada. Zuvor waren Infektionen mit der neuen Variante bereits in den Niederlanden, in Großbritannien, Dänemark, Belgien und Italien bekanntgeworden.

In ihrer Erklärung traten die G7-Gesundheitsminister dafür ein, die Zusagen für Impfstoffspenden voranzubringen. Zugleich betonten sie, dass die Impfkampagnen in Entwicklungsländern beschleunigt werden müssten. Dazu solle es Hilfestellungen geben. Konkrete Zusagen gab es am Montag aber nicht. Auch die WHO sieht die Bekämpfung von Pandemien ohne eine gerechte Verteilung von Impfstoffen extrem erschwert. "Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf zum Auftakt einer Ministerkonferenz über einen künftigen Pandemievertrag.

In einem am Montag veröffentlichten Dokument zu Omikron betont die WHO, die Wissenschaft wisse noch sehr wenig darüber, wie sich die neue Mutante des Coronavirus auf den Verlauf der Pandemie auswirken werde. Die Risiko-Bewertung sei deshalb mit einem sehr hohen Unsicherheitsfaktor behaftet und könne sich noch ändern. Es sei noch unklar, wie übertragbar Omikron sei und ob Impfstoffe, Medikamente und Virustests dagegen weniger wirksam seien. Außerdem gebe es Unsicherheiten was die Möglichkeit von Infektionen bei bereits genesenen Covid-Patienten betrifft. Dazu laufe eine Reihe von Studien.

Falls es aufgrund der Omikron-Variante zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen komme, "könnte das schwere Konsequenzen haben", schrieb die WHO. Besonders Länder, in denen noch wenige Menschen geimpft seien, könnten dann schwer betroffen sein, hieß es mit indirektem Verweis auf das südliche Afrika.

In Deutschland ist die Einreise aus acht Ländern dieser Region derzeit drastisch eingeschränkt. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho gelten seit Sonntag als Virusvariantengebiete. Fluggesellschaften dürfen im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland bringen.

Die USA wollten ab Montag ebenfalls Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas einschränken. Polen verhängte ein Verbot für Flüge in sieben Länder der Region. Japans Ministerpräsident Fumio Kishida kündigte an, von Dienstag an Einreisebeschränkungen für Ausländer aus aller Welt wieder in Kraft zu setzen.

Japans großer Nachbar China sieht sich angesichts der weltweiten Ausbreitung der Omikron-Variante in seiner strikten Null-Covid-Strategie bestätigt. Die Volksrepublik sei eine "uneinnehmbare Festung" für das Virus, kommentierte am Montag die parteinahe Staatszeitung "Global Times". Die neue "Angriffswelle" von Omikron zeige, dass China am besten dafür gerüstet sei, dessen Verbreitung zu verhindern. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus derzeit weitgehend im Griff.

© dpa-infocom, dpa:211129-99-180663/11

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