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Gesundheit:Corona-Krise macht sich auch in Tierheimen bemerkbar

Corona
Hunde schauen aus ihrem Gehege im Tierheim. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

Trier (dpa/lrs) - Von abgesagten Pensionsplätzen für Haustiere, über organisatorischen Mehraufwand bis hin zur Besuchersperre: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Betrieb von Tierheimen aus. Bei Einrichtungen mit vielen Besuchern müsse beispielsweise die Tiervermittlung mit Terminen geregelt werden, erläuterte ein Sprecher des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Rheinland-Pfalz am Mittwoch in Trier. "Damit man nicht so einen Publikumsverkehr im Tierheim hat."

Wichtig sei es daher auch, die jeweilige Internetseite des Heims immer aktuell zu halten. Dann könnten Interessenten schon mal eine Vorausauswahl treffen, welches Tier sie gerne mit nach Hause nehmen wollten. Für die Mitarbeiter der Tierheime bedeute das allerdings mehr Aufwand.

Das Tierheim Koblenz empfängt noch voraussichtlich bis zum 15. April keine Besucher. Gassigänger dürften vorbei kommen, sagte die Leiterin des Tierheims. Es sei aber noch nicht absehbar, wie lange das noch möglich sei. In Montabaur (Westerwald) ist das Tierheim bis auf Weiteres komplett für alle Besucher und Gassigänger geschlossen. Das teilte die Einrichtung auf ihrer Internetseite mit. Damit solle das Risiko für personelle Ausfälle so weit wie möglich verringert werden.

Auch das Tierheim in Remagen (Kreis Ahrweiler) lässt vorerst weder Besucher noch Gassigänger rein. Im Moment gebe es auch keine Tiervermittlung mehr, sagte eine Mitarbeiterin. Es gehe darum, die Mitarbeiter zu schützen. Eine Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und eine damit Einhergehende Quarantäne dürfe nicht riskiert werden. "Das wäre das Ende für die Tiere."

Beim Tierheim in Trier sind spontane Besuche derzeit tabu. Aber auch in anderer Hinsicht mache sich die Corona-Krise bemerkbar, erzählte eine Mitarbeiterin. Weil die Menschen nicht verreisen könnten, seien Pensionsplätze für Haustiere abgesagt worden. Für das Tierheim bedeute das finanzielle Einbußen. Außerdem sei es schwierig, an Desinfektionsmittel zu kommen. "Das ist natürlich für ein Tierheim echt schlecht."

Die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn hatte mitgeteilt, dass in einigen Tierheimen wegen der Ausbreitung des Coronavirus vermehrt Anfragen eingingen. Besitzer wollten aus Angst vor einer Ansteckung ihre Tiere abgeben. Spiegelt sich das auch in Rheinland-Pfalz wider? "Die Tendenz ist mir noch nicht bekannt", sagte der Sprecher des Landesverbands des Tierschutzbundes. Auch im Tierheim Trier gibt es solche Erfahrungen noch nicht. Und aus Koblenz heißt es ebenfalls: "Wir haben noch keine einzige Anfrage gehabt deswegen."

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