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Überflüssige Versicherungen:Kostspieliger Hausrat

Für die Versicherungskonzerne sind die Kfz-Policen meist ein Verlustgeschäft. Dennoch verdienen sie Geld - etwa mit unnötigen Hausratsversicherungen.

Die deutschen Autoversicherer haben in den vergangenen zehn Jahren einen Verlust von etwa drei Milliarden Euro erlitten. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Versicherungsanalysehauses Map Report.

Fahrraddiebstahl, Hausratsversicherung, Foto: ddp

Fahrraddiebstähle kommen zwar relativ häufig vor, doch Hausratsversicherungen schützen dagegen häufig nicht sehr wirksam. Denn die Versicherungen ersetzen meist nur einen geringen Wert.

(Foto: Foto: ddp)

Von den insgesamt 68 Autoversicherern haben lediglich 18 Unternehmen Geld verdient, 50 haben Kapital verloren. "Grund für die hohen Einbußen sind zu billige Policen", sagt Manfred Poweleit, Chef des Map-Report. Trotzdem werden die Prämien der Kfz-Versicherungen wohl nicht steigen, meint der Experte.

Das mag die Kunden auf den ersten Blick verwundern. Die relativ günstigen Autoversicherungen erklären sich aber, wenn man deren Verlusten die Gewinne der anderen Versicherungssparten gegenüberstellt.

Zuerst existenzielle Risiken absichern

So hat allein die Hausratversicherung den deutschen Konzernen einen Gewinn von rund 3,4 Milliarden Euro beschert; das entspricht knapp 16 Prozent der gesamten Beitragseinnahmen der letzten zehn Jahre. Am stärksten konnte die HUK-Coburg ihren Marktanteil steigern, dicht gefolgt von der Debeka.

Auch die Unfallversicherung ist für die Konzerne ein hochprofitables Geschäft. Innerhalb der letzten zehn Jahre machten die Gesellschaften mit dieser Sparte einen Gewinn von fast sieben Milliarden Euro.

Zu den Top-Verdienern gehören die Versicherungskammer Bayern, die Europa und die Optima. Lediglich vier Unternehmen verzeichneten in diesem Bereich Verluste: Münchener Verein, Kravag, Wüba und HDI Gerling.

Als Gelddruckmaschine eignen sich also vor allem jene Versicherungen, die der Kunde nicht unbedingt braucht. "Die Verbraucher füllen die Konzernkassen mit überflüssigen Policen", sagt Versicherungsexperte Poweleit.

Verbraucherschützer raten deshalb, zuerst existenzielle Risiken wie Krankheit, Unfall oder Tod abzusichern. Wer sich dagegen nicht schützt, handelt fahrlässig. Sie empfehlen daher vor allem, an vier wichtige Versicherungen zu denken: Haftpflicht-, Kranken-, Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung.