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Finanzen kompakt:BayernLB: Endlich wieder Gewinne

Licht und Schatten in der Finanzwelt: Während die BayernLB wieder schwarze Zahlen schreibt und der Dax die 5000-Punkte-Marke knackt, bricht der SEB-Bank der Gewinn weg.

Auf dem Weg der Besserung: Nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr hat die BayernLB in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres schwarze Zahlen geschrieben.

BayernLB, ddp

Sie glänzt wieder: Die BayernLB schreibt schwarze Zahlen - nach Milliardenverlusten im Vorjahr. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Es drohen zahlreiche Kreditausfälle.

(Foto: Foto: ddp)

"Wir werden das erste Halbjahr 2009 mit einem positiven Ergebnis abschließen", sagte BayernLB-Chef Michael Kemmer. Die genauen Zahlen will die BayernLB erst im August bekanntgeben. Kemmer deutete aber an, dass alle Gewinnkennziffern positiv ausfallen werden.

Diese Entwicklung lasse jedoch keine Rückschlüsse auf das Ergebnis für das gesamte Jahr zu, da die Wirtschaftskrise auch bei der BayernLB deutliche Spuren hinterlassen habe.

Es sei absehbar, dass die Risikovorsorge für den Ausfall von Krediten im zweiten Halbjahr deutlich zunehmen werde. Daher bleibe es eine Herausforderung, im Gesamtjahr in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Im vergangenen Jahr war die BayernLB in eine schwere Krise geraten und musste allein vom Freistaat Bayern mit zehn Milliarden Euro gestützt werden und tausende Jobs streichen. Weltweit fallen rund 5600 der zuletzt rund 20.000 Arbeitsplätze weg.

Alle Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts hat die BayernLB zum 1. Juli ausgelagert. Diese sogenannte Restrukturierungseinheit umfasse ein Volumen von 95 Milliarden Euro aus Wertpapieren und Krediten.

DAX knackt die 5000-Punkte-Markte

Die Woche beginnt gut: Dank einer freundlichen US-Vorgabe ist der deutsche Aktienmarkt zum Wochenauftakt fester in den Handel gestartet.

Der DAX knüpfte am Montag an den Aufwärtstrend der vergangenen Woche an und stieg in der ersten halben Stunde um 1,28 Prozent auf 5042 Zähler. Der MDAX gewann 1,38 Prozent auf 5984 Zähler. Für den TecDAX ging es um 1,52 Prozent auf 656 Punkte hoch.

Aktien der Deutschen Post verteuerten sich um 3,7 Prozent auf 9,95 Euro. Das Unternehmen erwartet im Briefversand einen Gewinn in Milliardenhöhe und will dennoch in dieser Sparte sparen.

Doch es gab nicht nur Gewinner: Volkswagen-Aktien fielen mit minus 7,73 Prozent auf 230,66 Euro ans DAX-Ende. Marktteilnehmer verwiesen unter anderem auf einen Bericht der Bild zur geplanten Übernahme von Porsche.

Danach sei Porsche mit 14 Milliarden Euro verschuldet, so der Händler. "Die Schätzungen der Schuldenhöhe sind zuletzt stetig gestiegen. Bei 14 Milliarden würde trotz Übernahme ein Schuldenberg verbleiben."

SEB-Bank: Balast Baltikum

Im Sog einer ganzen Region: Der wirtschaftliche Abschwung im Baltikum hat die schwedische Bankengruppe SEB im zweiten Quartal in die roten Zahlen rutschen lassen.

Die Bank machte netto einen Verlust von 170 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 15,44 Millionen Euro). Damit fiel das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um 106 Prozent schlechter aus.

Im ersten Halbjahr fiel das Betriebsergebnis damit kräftig um 82 Prozent auf 857 Millionen Kronen (77,86 Millionen Euro), wie SEB mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Bank noch 4,657 Milliarden Kronen (423 Millionen Euro) erwirtschaftet.

Die SEB-Bank ist eine der vier größten Bankengruppen in Schweden und zugleich die zweitgrößte Bank in den baltischen Ländern, die von der Wirtschaftskrise besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Den Grund für ihr schlechtes Ergebnis sieht die Bank daher vor allem Abschreibungen und Vorsorge für faule Kredite in Estland, Lettland und Litauen. Die SEB schrieb mit 2,3 Milliarden Kronen ihre kompletten Firmenwerte dort ab. Hinzu kamen 2,6 Milliarden Kronen an Vorsorge für Kredite, bei denen die Bank davon ausgeht, dass sie nicht mehr zurückgezahlt werden.

"Wir sind aus dem Gröbsten noch nicht heraus", warnte SEB-Konzernchefin Annika Falkengren. "Die vor uns liegenden Quartale werden herausfordernd sein." Die ökonomische Situation im Baltikum bleibe anspruchsvoll.

Langfristig hoffe sie aber auf Besserung, sagte Falkengren und betonte: "Wir stehen zu der Region." Die Bank hat dort 2,5 Millionen Kunden. Die Probleme im Baltikum ausgeklammert, konnte die SEB ihre Einnahmen steigern und auch einen höheren Gewinn ausweisen.