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Beratung in Kaufhäusern:Versteckte Promoter täuschen offenbar Kunden

  • In Kaufhäusern sind offenbar häufig Promoter unterwegs, die von Markenanbietern entsandt und bezahlt werden - allerdings nicht als solche erkennbar sind.
  • Das berichten die Zeit und der NDR nach eigenen Recherchen.
  • Betroffene Kaufhäuser weisen den Vorwurf zurück.

Promoter offenbar nicht von Verkäufern zu unterscheiden

Vor Weihnachten irren wieder viele Menschen durch die Regalreihen von Elektromärkten und Kaufhäusern: Der Großvater, den die Wunschliste seines Enkels in die Welt der Egoshooter führt. Die junge Frau auf der Suche nach einer Digitalkamera, die auch Oma bedienen kann. Oder der junge Mann, der zwischen all dem Lametta nur verzweifelt irgendetwas sucht, womit er die Schwiegermutter in spe milde stimmt.

Alle haben sie eines gemeinsam: Sie brauchen Hilfe. Unabhängige Beratung, auf die sie sich verlassen können. Doch offenbar ist das nicht immer der Fall. Nach Recherchen der Zeit und des NDR sind in Kaufhäusern und Elektronik-Märkten häufig Promoter unterwegs, die von Markenanbietern entsandt und bezahlt werden - allerdings nicht als solche erkennbar sind. Häufig würden diese sogar die gleiche Kleidung wie die Verkäufer der Handelshäuser tragen.

Taktik angeblich auch in Luxuskaufhäusern üblich

Bei verdeckten Test-Einkäufen habe sich keiner der "Promoter" als Mitarbeiter eines Markenunternehmens ausgegeben, berichtet die Zeit. Die Verkaufstaktik, sogenannte "Hidden Promotion", also versteckte Werbung, gaukle den Kunden vor, von neutralen Verkäufern fachlich beraten zu werden. Das eigentliche Ziel der Promoter sei aber der Verkauf von Produkten der Marke, für die sie arbeiteten.

Die Praxis soll in mehreren Wahrenhausketten üblich sein - auch in Luxushäusern wie dem KaDeWe in Berlin oder dem Hamburger Alsterhaus, die zur Karstadt-Gruppe gehören. Besonders häufig fänden sich die versteckten Promoter demnach in Mode- und Kosmetikabteilungen, sowie in den Verkaufsbereichen von Elektrogeräten.

Karstadt, Media-Saturn und die Warenhauskette Breuninger bestätigten den Einsatz von Promotern. Jedoch müssten sich diese durch entsprechende Kleidung und Namensschilder zu erkennen geben, hieß es von den Kaufhäusern.