BayernLB: Millionenzahlung an Gribkowsky "Blödsinn!" - Ecclestone will's nicht gewesen sein

Laut Staatsanwaltschaft erhielt BayernLB-Banker Gribkowsky 50 Millionen Dollar, weil er Formel-1-Anteile verkaufte. F1-Boss Bernie Ecclestone streitet alles ab - mit einer merkwürdigen Begründung.

Der Verdacht steht im Raum: Weil Formel-1-Boss Bernie Ecclestone seine Machtposition sichern wollte, flossen 50 Millionen Dollar an den ehemaligen BayernLB-Banker Gerhard Gribkowsky, der mittlerweile in Haft sitzt. Jetzt hat Ecclestone alle Vorwürfe dementiert.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone:"Was die deutschen Zeitungen da spekulieren oder der Staatsanwalt vermutet, stimmt nicht.

(Foto: dpa)

"Was die deutschen Zeitungen da spekulieren oder der Staatsanwalt vermutet, stimmt nicht. Das ist absoluter Blödsinn", sagte der mächtige Leiter der Rennsportserie der Bild-Zeitung. "Er war doch bei den Verhandlungen auf meiner Seite. Ich brauchte ihn nicht zu überzeugen."

Ecclestone bestritt, dass er Konten oder Firmen auf Mauritius oder den Jungferninseln unterhalten habe, von wo aus ursprünglich 50 Millionen US-Dollar in zwei Tranchen an Gribkowsky geflossen waren. Er kenne weder die Firma First Bridge Holding Ltd. auf Mauritius, noch wisse er etwas über Beraterverträge Gribkowskys, sagte Ecclestone.

Das Millionenvermögen des früheren BayernLB-Vorstands Gribkowsky in Österreich soll eingefroren werden, wie die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat. Ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen der Münchner Staatsanwaltschaft an die österreichischen Behörden soll auf dem Weg sein. Dieses Vorgehen sei bei Ermittlungen gegen verdächtige Manager üblich.

Ein Banker in Untersuchungshaft

Der 52-jährige Gribkowsky war am Mittwoch wegen des Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung verhaftet worden und sitzt in Untersuchungshaft. Der 2008 bei der BayernLB gefeuerte Manager soll die 50 Millionen Dollar den Ermittlern zufolge für sein "Entgegenkommen" beim Verkauf von Anteilen der BayernLB an der Formel 1 erhalten haben. In Gribkowskys Salzburger "Sonnenschein Privatstiftung" und den dazugehörigen Firmen sollen etwa 25 Millionen Euro liegen.

Nach Ansicht der Staatsanwälte hat Gribkowsky für den Verkauf der BayernLB-Anteile an der Formel 1 Zuwendungen in Höhe eben dieser 50 Millionen Dollar erhalten, die als Beraterhonorare getarnt waren. Die Anteile waren der Bank nach der Pleite des Medienmoguls Leo Kirch im Jahr 2003 zugefallen. Die BayernLB hatte Kirch zwei Milliarden Euro geliehen. Der Verkauf der Formel-1-Rechte sollte der Bank helfen, wieder an ihr Geld zu kommen.

2006 übernahm der Finanzinvestor CVC das Paket - federführend verantwortlich für den Verkauf war Gribkowsky. Er habe das Geld für sein "Entgegenkommen" bei dem Geschäft erhalten, glauben die Ermittler. Die Anteile seien ohne aktuelle Bewertung verkauft worden - also ohne Klärung der Frage, wie viel sie zum Zeitpunkt des Verkaufs tatsächlich wert waren.

Die 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) seien über Mauritius und die karibischen Jungferninseln nach Österreich geflossen. Gribkowsky habe sie dort, aber nicht in Deutschland versteuert. Die Zahlungen an den ehemaligen BayernLB-Risikovorstand hatte die SZ Anfang der Woche öffentlich gemacht.

Der Manager hatte sich selbst an die Staatsanwaltschaft gewandt. Am Mittwoch wurde er im Münchner Stadtteil Grünwald verhaftet.

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