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Anzeigen in der App:Whatsapp bleibt vorerst werbefrei

WhatsApp

Whatsapp zeigt nun doch keine Werbung an.

(Foto: dpa)
  • Facebooks Messengerdienst Whatsapp verzichtet vorerst auf Werbung.
  • Der Mutterkonzern hatte vergangenes Jahr angekündigt, dass Whatsapp-Nutzern vom 1. Januar 2020 an Werbung angezeigt werde.

Facebook will nun vorerst doch keine Werbung auf seinem Messagingdienst Whatsapp schalten. Wie das Wall Street Journal mit Hinweis auf informierte Kreise berichtet, sei die zuständige Abteilung im Unternehmen aufgelöst worden. Ihre Aufgabe sei die Integration von Werbung in den Dienst gewesen. Auch sei der entsprechende Programmcode wieder gelöscht worden.

Ursprünglich hatte der Mutterkonzern vergangenes Jahr angekündigt, dass Whatsapp-Nutzern vom 1. Januar 2020 an Werbung angezeigt werde. Die Anzeigen sollten im "Status" auftauchen, einem Format, das ähnlich wie "Stories" auf Instagram und Facebook funktioniert.

Ein Facebook-Sprecher bestätigte, dass derzeit keine Änderung beim Schalten von Werbung anstehe. Geld soll wohl aus neuen Anwendungen für Unternehmen kommen. Gemeint sind zum Beispiel Dienste, über die Firmen ihre Waren und Dienstleistungen direkt in der App präsentieren können. Zu den aktuell verfolgten Plänen gehört, Unternehmen für zusätzliche Funktionen zahlen zu lassen, wenn sie über Whatsapp mit ihren Kunden kommunizieren. Zudem wird an der Einführung einer Bezahlfunktion in mehreren Ländern gearbeitet. In einigen Ländern verwenden viele Menschen Whatsapp für Einkäufe und Dienstleistungen.

Rund 1,5 Milliarden Menschen nutzen weltweit Whatsapp. Der Dienst wurde 2009 gegründet und 2014 von Facebook für 22 Milliarden US-Dollar gekauft. Die Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton arbeiteten nach dem Kauf im Facebook-Konzern weiter. Ursprünglich hatten sie einen Dollar für die Nutzung von Whatsapp verlangt, Facebook bietet die App aber seit 2018 gratis an.

Beide Gründer waren immer Gegner von Werbung und der im Digitalen damit einhergehenden Datenerfassung. Damit standen sie quer zu Mark Zuckerbergs Geschäftsmodell für Facebook. Der Streit über Werbung auf Whatsapp soll auch der Grund dafür gewesen sein, dass beide den Facebook-Konzern 2017 beziehungsweise 2018 verließen.

© SZ.de/mri/jab/vd
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