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Tablet-Verkaufszahlen:Die Rückkehr der Blechtrottel

Tablet sales show fresh signs of cooling: survey

Windows 8 sieht auf Tablets und PCs beinahe gleich aus - und vergraulte damit viele Kunden.

(Foto: AFP)

Nicht erst die Apple-Quartalszahlen zeigen: Tablets sind immer weniger gefragt, die Europäer kaufen wieder PCs. Gewinner der Entwicklung könnte ein einstiger Dominator der Branche sein.

Die Sache schien schon entschieden zu sein: Tablets seien die neuen Personal Computer, ja für manche und manches reiche sogar ein Smartphone. Aus, vorbei! Tschüss, Blechtrottel! Doch entschieden ist - gar nichts. Im Gegenteil.

Die Verkäufe von Tablets gehen zurück, die klassischen PCs und Laptops ziehen zumindest in Europa wieder an. Was soll das nun wieder? Sollte es den Tablets am Ende gehen wie den Netbooks?

Netbooks, wir erinnern uns, so hießen vor einigen Jahren praktisch kleine Laptops mit leider sehr langsamen Prozessoren. Sie waren vor allem als Unterwegs-Computer zu gebrauchen, weil sie lange durchhielten. Doch für alles andere als Surfen, Schreiben und Mailen waren die meisten davon eben doch einfach zu schwach auf der Brust und damit ein ständiger Quell von User-Frust.

Tablets dagegen wachen angenehm schnell aus dem Ruhezustand auf, reagieren prompt auf Eingaben und eignen sich besonders gut für die E-Mail zwischendurch, oder um eben etwas zu googeln. Natürlich sind die Flachcomputer mit ihren brillanten Bildschirmen auch gute Fotoalben oder liefern die Tageszeitung in einem U-Bahn-tauglichen Format.

Auch Apple gelingt kein Zustand technischer Dauerrevolution

Wenn man Apple also jetzt nach der Vorstellung der neuen iPads vorwirft, der Konzern sei nicht mehr innovativ genug, geht das an der Wirklichkeit vorbei. Nicht einmal eine finanziell sorgenfreie und mit guten Leuten gespickte Firma wie Apple kann einen Zustand der technischen Dauerrevolution herbeizaubern. Die Hardware der neuen iPads ist gut, die Schritte zu den Vorgängergenerationen aber werden kleiner. Im Jahresvergleich sank der Absatz von iPads um 12,5 Prozent auf 12,3 Millionen Geräte.

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Sinkende Verkaufszahlen: Haben Tablets eine Zukunft?

PCs sind in Europa wieder deutlich beliebter, der Verkauf von Tablets hingegen sinkt. Bei Apple schwächelten die Verkäufe von iPads im dritten Quartal in Folge. Deutet sich hier bereits ein Trend - das Ende der Tablets - an?   Diskutieren Sie mit uns.

Ein echter PC ist für alle, die arbeiten wollen, aber nach wie vor unverzichtbar - und genau das zeigt sich in den gestiegenen Verkaufszahlen. Die Tablet-Kategorie, die Apple selber eingeführt hat, wird aber nicht so schnell verschwinden. Ausnahme: die kleinen Tablets. Wer braucht ein Sieben-Zoll-Tablet, wenn Handys schon superscharfe Bildschirme zwischen fünf und sechs Zoll haben? Das zeigt sich nicht zuletzt auch am Erfolg der neuen iPhones: In den drei Monaten bis Ende September wurden insgesamt 39,3 Millionen davon verkauft.

Das entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent. Was Apple einmal Probleme bereiten könnte, ist die Software. Und das ist der Punkt, an dem Microsoft wieder ins Spiel kommt. Es geht vor allem um Business-Kunden. Mit Windows 8, das auf Tablets und auf PCs laufen sollte, hat Microsoft versucht, sowohl die Konsumenten wie auch die professionellen Anwender zu überzeugen. Geglückt ist es weder bei der einen, noch bei der anderen Zielgruppe. Windows-Tablets und Handys gelten nicht als cool. Für Business-Anwender ist das zwar nachrangig. Sie schreckte aber die Kachel-Oberfläche und der damit verbundene Umschulungs- und Administrationsaufwand ab.