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Galaxy Note 7:Das Wettrennen mit Apple erhöht den Druck auf die Mitarbeiter

Dabei waren die Ziele von Samsung so ehrgeizig. Der Konzern befindet sich seit Jahren in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Erzrivalen Apple aus Kalifornien. Ehrgeiz gilt als typisch koreanisch. Die Chaebol stecken sich ihre Ziele hoch, besonders Samsung. Der Druck auf die Mitarbeiter sei enorm, heißt es. In südkoreanischen Firmen gilt ein striktes Senioritätsprinzip, auch bei den Airlines. In den vergangenen Jahren kam es zu Unfällen, weil Untergebene es nicht wagten, Vorgesetzte zu korrigieren. Allerdings hat Samsung jüngst begonnen, seine Hierarchien zu verflachen und das Senioritätsprinzip aufzuweichen.

Probleme nach Qualitätssprüngen in der Entwicklung von Lithium-Akkus gab es schon früher. Vor zehn Jahren musste Sony acht Millionen Laptop-Batterien zurückrufen, weil sie sich entzündeten. Im Winter 2013 fingen die neuartigen Lithium-Batterien der Boeing 787 Feuer, ein Flugzeug musste im japanischen Takamatsu notlanden.

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Rückruf und Produktionsausfall des Note 7 dürften Samsung mindestens eine Milliarde Euro kosten. Das kann das Unternehmen aber verkraften, es sitzt auf mehr als 21 Milliarden Euro Cash. Vorige Woche meldete es einen Quartals-Profit von 6,2 Milliarden Euro, 5,5 Prozent mehr als im Vergleichsquartal 2015. Von den gegenwärtigen Problemen ist nur das Note 7 betroffen. Selbst wenn manche Kunden vom Note 7 auf alle Samsung-Geräte schließen, dürfte sich der Schaden in Grenzen halten.

Gleichwohl reagieren die Südkoreaner auf jede Samsung-Krise beunruhigt. Der größte Chaebol des Landes erzeugt ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes. Geriete Samsung in ernsthafte Schwierigkeiten, würde das Südkoreas Wirtschaft in eine Krise stürzen, zumal auch andere Chaebol Probleme haben. Die Reederei Hanjin, die zur gleichen Gruppe gehört wie Korean Air, ist pleite. Der Autokonzern Hyundai wird bestreikt, auch Südkoreas Lkw-Fahrer streiken.

Die Android-Konkurrenz ist stark geworden

Wenn Samsungs Handysparte eine Krise droht, taucht Nokia als Schreckgespenst auf. Kann auch den Südkoreanern passieren, was dem finnischen Marktführer der Mobiltelefonie geschah, der die Smartphone-Entwicklung verschlief und dann mit Microsoft-Software aufs falsche Pferd setzte? Und wäre Lee Jae-yeong, der älteste Sohn des kranken Konzernchefs Lee Kun-hee, fähig, einen Einbruch à la Nokia abzuwenden? Ja, beruhigen Vertreter von Samsung. Überdies sei der Chaebol als Mischkonzern breit abgestützt, ein Zusammenbruch wie jener Nokias nicht denkbar.

Dabei kann Samsung die Note-7-Krise noch selbst bewältigen. Bedrohlicher für seine Branchenführerschaft ist die Markt-Entwicklung. Bisher gehören seine Galaxy-Smartphones zur technologischen Vorhut. Samsung erwirtschaftet höhere Profite als jeder andere Android-Anbieter. Diese Führungsrolle wird nicht nur von der Krise um das Note 7 bedroht, sondern von der Konkurrenz - von chinesischen Herstellern und von Google, dem Software-Partner, der das Betriebssystem Android zur Verfügung stellt. Google hat neue Pixel-Smartphones vorgestellt, die auch Samsungs Galaxy-Linie attackieren - inklusive des Problem-Flaggschiffs Note 7.

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