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Safety Check:Facebook will den Safety Check künftig öfter einsetzen

Arabische Blogger bemängelten nach den Pariser Anschlägen eine Doppelmoral Facebooks. Das Netzwerk habe den Safety Check zwar für Paris aktiviert, beim jüngsten Bombenanschlag in Beirut aber nicht gehandelt. So schrieb der 26-jährige Beiruter Arzt Elie Fares in einem tausendfach geteilten Blogeintrag, dass Terroropfer in arabischen Ländern ignoriert würden, und ging explizit auch auf Facebook ein. "Nicht einmal Facebook hielt es für nötig, dass meine Leute sich als 'sicher' markieren konnten", schreibt Fares in seinem Text, den wir mit seiner Erlaubnis auf Deutsch übersetzt und veröffentlicht haben.

Terror in Paris Sind arabische Leben weniger wert?
Blogeintrag zu Terroropfern

Sind arabische Leben weniger wert?

Weltweite Trauer um die Opfer von Paris - aber was ist mit denen, die einen Tag zuvor im Libanon zerfetzt wurden? Der Arzt Elie Fares aus Beirut traf mit einem Blogbeitrag einen Nerv. Lesen Sie seine Klage auf SZ.de.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg reagierte in einem Facebook-Kommentar auf die Kritik. Er versprach, den Safety Check künftig öfter einzusetzen. "Viele Menschen haben berechtigterweise gefragt, wieso wir den Safety Check für Paris eingeschaltet haben, aber nicht für die Bombenanschläge in Beirut und an anderen Orten. Bis gestern war es unsere Linie, den Safety Check nur bei Naturkatastrophen zu aktivieren. Wir haben das gerade eben geändert und planen künftig, den Safety Check öfter bei von Menschen verursachten Katastrophen zu verwenden."

Zuckerberg verwies außerdem auf einen gesonderten Post, in dem Facebook über Hintergründe für seine Entscheidung spricht. "Es muss immer ein erstes Mal geben, um etwas Neues auszuprobieren, sogar in komplexen und heiklen Zeiten. Für uns war dieser Moment Paris", heißt es dort. Bei Naturkatastrophen entscheide man abhängig von Größenordnung und Auswirkungen, ob der Safety Check aktiviert werde oder nicht. Andere Krisen wie Kriege oder Epidemien hätten keinen klaren Start- und Endpunkt, der Safety Check sei dort weniger hilfreich.

Das Feature macht es auch möglich, Facebook-Freunde als "in Sicherheit" zu markieren. Unter einem Link können sich Nutzer außerdem eine Überblicksseite für ihren Freundeskreis anzeigen lassen. Die Funktion ist besonders dann hilfreich, wenn das Mobilfunknetz zusammenbricht, aber Wlan noch verfügbar ist. Um Verletzte oder gar Tote zu suchen, taugt die für Paris mittlerweile wieder deaktivierte Funktion aber nicht, außerdem wird eine Facebook-Mitgliedschaft vorausgesetzt.

Die Idee für den Safety Check kam nach dem Tsunami in Japan 2011 auf. Für Naturkatastrophen wurde das Feature 2015 bereits fünf Mal aktiviert. Es kam nach dem Erdbeben in Nepal im April zum Einsatz, genauso wie bei Erdbeben in Afghanistan und Chile. Auch der Wirbelsturm "Pam" über dem Südpazifik und der Taifun "Ruby" auf den Philippinen waren Anlässe für den Sicherheitscheck.

Auf Twitter werden Suchaufrufe hundertfach geteilt

Facebook war nicht das einzige Netzwerk, das nach den Anschlägen zur wichtigen Plattform für Betroffene auf der Suche nach Informationen wurde: Auch auf Twitter suchten Nutzer mit Bildern und Namen nach ihren Freunden und Verwandten, von denen sie seit Freitag nichts gehört haben. Unter dem Hashtag #RechercheParis und #RechercheBataclan werden auch 48 Stunden nach den Attentaten noch Dutzende Fotos von vermissten Personen gepostet.

Andere Nutzer teilen diese Bilder hundertfach. Dadurch erfährt eine breite Öffentlichkeit, dass jemand vermisst wird. Und kann eventuell helfen, die Person zu finden - oder die traurige Botschaft überbringen, dass eine Freund, Verwandter und geliebter Mensch nicht mehr lebt.

Wie im Fall von Marie. Eine Freundin teilte ihr Foto. Fast 1000 Menschen verbreiteten es weiter. Die traurige Nachricht kam einen Tag später: Marie ist bei dem Terrorangriff gestorben. "Ruhe in Frieden. Mein Beileid gilt der Familie", schrieb ihre Freundin.

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