bedeckt München 31°

Projekt AMP:Google könnte Facebook unter Druck setzen

Eine Analyse der Seite Parse.ly zeigt, wie wertvoll jede Sekunde für Google ist. Die Firma schlüsselt auf, über welche Links Menschen auf die Webseiten von insgesamt 400 Medienhäusern kommen. Ihre Antwort: Facebook ist mittlerweile wichtiger als Google. Andere Analysen zeichnen ein Bild, das noch düsterer ist.

"Wir haben Nutzer dazu erzogen, zweimal zu überlegen, ob sie einen Link anklicken", zitiert die Webseite Buzzfeed Richard Gingras, der Google News leitet. Denn natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Inhalt. Je schneller die Ladezeit, desto mehr Inhalt wird konsumiert.

Auch Facebook und Apple reduzieren Wartezeiten

Googles Vorstoß kommt nicht von ungefähr: Vor kurzem hat Facebook sein Projekt "Instant Articles" vorgestellt. Ausführlich ließ man sich über die langen Wartezeiten aus, die Nutzer erdulden müssen. Die Lösung: Inhalte sollen direkt bei Facebook liegen, Wartezeit gibt es praktisch keine mehr. Apple hat in seinem neuen Betriebssystem ein vergleichbares Produkt. Es heißt Apple News und zielt ebenfalls darauf ab, bloß keine Ladezeiten zu verursachen. Mehrere Medienhäuser nehmen an beiden Projekten teil.

Auch Google hat zum Start von AMP große Medien ins Boot geholt. Das AMP-Projekt ist quelloffen, das heißt: Jeder Webseitenbetreiber kann AMP einbetten. Den Code gibt es auf Github, einer Seite, auf der sich Programmierer austauschen. Googles Hoffnung ist, dass ausreichend Webseiten mitmachen. Sollte das passieren, werden sich die Nutzer an schnelle Ladezeiten auf Smartphones gewöhnen - und könnten verwundert sein, falls Webseiten tatsächlich bedeutend länger brauchen, wenn sie über Facebook aufgerufen werden. Dieser Druck soll Facebook dazu zwingen, ebenfalls auf AMP umzustellen. Es wäre ein kleiner Sieg für Google.