Künstliche Intelligenz Dieser Computer schreibt in Handschrift

Dies ist (k)eine Handschrift: So sieht es aus, wenn der Computer schreibt.

Eine Software hat gelernt, Notizen anzufertigen, die aussehen, als wären sie von Menschenhand geschrieben. Man kann sie auch mit eigenen Texten füttern.

Von Hanno Charisius

Mit Umlauten wie ä, ö und ü tut sich die künstliche Intelligenz im Labor des Computerwissenschaftlers Alex Graves noch schwer - und lässt sie deshalb einfach weg. Ansonsten zeigt sich die KI ziemlich flexibel, wenn es um das Erschaffen künstlicher Handschriften geht.

Genau das war das Ziel des Neuroinformatikers von der University of Toronto, der herausfinden möchte, wie neuronale Netze - künstliche, wie in seinem Labor, oder biologische, wie in seinem Kopf - so etwas lernen. Vereinfacht gesagt können neuronale Netzwerke nach vorgegebenen Regeln lernen. Graves fütterte seinen Computer nicht mit fertigen, handschriftlichen Texten, sondern ließ die Maschine Menschen beim Schreiben zuschauen. Die Aufmerksamkeit lag bei diesem Training auf der Spitze des Stiftes.

Künstliche Intelligenz Hier können Sie den Algorithmus mit Ihren eigenen Texten füttern
Handschrift

Hier können Sie den Algorithmus mit Ihren eigenen Texten füttern

So schaut es aus, wenn Maschinen das Kritzeln lernen. Probieren Sie es selbst aus.

So vorbereitet kann das neuronale Netzwerk per Computertastatur eingegebenen Text in Notizen auf einem Bildschirm umwandeln, die aussehen, als hätte sie ein Mensch eigenhändig geschrieben (Hier können Sie das selbst ausprobieren). Durch Voreinstellungen der Software kann man die Lesbarkeit verbessern oder den Stil eines menschlichen Schreibers imitieren. Zwei Notizen können sich zwar sehr stark ähneln, sie sind aber nie identisch.