50 Jahre Programmiersprache Basic Die Demokratisierung des Computers

Basic-Erfinder John Kemeny (links oben) bringt Studenten am Kiewit Computation Center das Programmieren bei.

(Foto: dpa)

Von der Informatik-Elite für die breite Masse: Vor 50 Jahren wurde die Programmiersprache Basic entwickelt. Sie befeuerte den Durchbruch des Personal Computers - und machte die Karriere von Leuten wie Bill Gates überhaupt erst möglich.

Computer sind heute winzig klein und allgegenwärtig. Jedes Handy verfügt inzwischen über mehr Rechenleistung als die Supercomputer vor 50 Jahren. Personal Computer gab es damals noch nicht. Die Maschinen füllten große Räume aus. "Die Menschen hatten damals gar keine Vorstellung, was ein Computer ist", sagt Professor Tom Cormen von Dartmouth College. Höchstens im Kino oder im Fernsehen habe man die riesigen Kisten mit blinkenden Lichtern gesehen. "Man konnte sich damals nicht vorstellen, dass eine Person einfach loslegen und einen Computer programmieren kann."

Zwei Professoren an dem kleinen College im US-Bundesstaat New Hampshire wollten sich mit diesem Status Quo aber nicht abfinden. Die beiden Informatiker John G. Kemeny und Thomas E. Kurtz beschäftigten sich bereits seit 1956 mit Programmiersprachen. Kemeny hatte sich sogar schon 1943 im Rahmen der Entwicklung der ersten Atombombe mit der Arbeitsweise von Computern auseinandergesetzt und war später Assistent von Albert Einstein.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich die Computer-Technologie rasant. Der Zugang zu den Großrechnern blieb aber auch an den Universitäten sehr begrenzt. Anfang der 60er Jahre sollte sich das langsam ändern: Über seine Kontakte zum benachbarten Massachusetts Institute of Technology (MIT) hatte Kemenys Kollege Kurtz mitbekommen, dass Computer nicht mehr nur Befehle aus einer Quelle in einem Stapel abarbeiten konnten. Jetzt war es möglich, dass mehrere Benutzer gleichzeitig an einem Rechner arbeiten konnten ("Time-Sharing").

50 Jahre Programmiersprache Basic

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"Symbolische Allzweck-Programmiersprache für Anfänger"

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Computer in der Regel mit Stapeln von Lochkarten oder langen Lochstreifen gefüttert, auf denen die Befehle in Programmiersprachen wie Algol oder Fortran standen. Da immer nur ein Stapel zur gleichen Zeit verarbeitet werden konnte, gab es für die Wissenschaftler kaum Gelegenheit, einen Slot der wertvollen Computer-Zeit zu ergattern. Der Stapelbetrieb war außerdem sehr unflexibel, weil er keinen Dialog mit dem Betriebssystem zuließ.

Kemeny und Kurtz erkannten schnell das Potenzial, das Time-Sharing eröffnete. Sie wollten nun mit Basic eine Programmiersprache schaffen, mit der man dann auch möglichst einfach mit dem Computer kommunizieren konnte. Der Name Basic ("Beginner's All-purpose Symbolic Instruction Code") erklärt die Absicht der beiden Wissenschaftler. Sie wollten eine "symbolische Allzweck-Programmiersprache für Anfänger" zur Verfügung stellen, die "basic", also grundlegend ist.

Am 1. Mai 1964 um vier Uhr morgens war es dann soweit. Mit einem Knopfdruck starteten Kemeny und Kurtz auf einem GE-225-Computer von General Electric das erste BASIC-Programm, das nur aus drei Zeilen bestand. In der ersten Zeile Stand "10 Let X = (7+8)/3". Die zweite Zeile "20 PRINT X" wies den Computer an, das Ergebnis auszugeben. Die dritte Zeile "30 END" signalisierte dem Rechner, dass das Programm abgearbeitet ist.