Internet der Dinge:Aufsätze für den Rucksack messen Luftqualität in Städten

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Solche Ideen werfen Datenschutz-Fragen auf, von denen viele ohnehin über der vernetzten Dauervermessung der Welt schweben. "Das Internet der Dinge ist tot", verkündete jüngst bereits das Magazin Wired angesichts zahlreicher Sicherheitslücken und Hacker-Angriffe auf vernetzte Geräte. Auf der CES beteuerten die Hersteller unaufhörlich, Sicherheitsfragen bei Heimprodukten so ernst zu nehmen, als handele es sich um die Fabrikanlage eines Geschäftskunden.

Ein wirklich smarter Einsatz von Sensoren könnte ohnehin darin bestehen, nicht einfach nur ununterbrochen Informationen an eine private Datenbank zu funken, sondern intelligente Anwendungen für die Allgemeinheit zu schaffen. Auf der CES waren mehrere Luftqualitäts-Messgeräte zu sehen, ob als faustgroßes Rucksack-Anhängsel oder Smartphone-Aufsatz. Sie messen neben der Temperatur auch Luftverschmutzung und Ozongehalt und können einige Chemikalien identifizieren.

Die Daten zur Luftqualität fließen aber auch in offizielle Messportale ein. Das bedeutet wiederum, das die Informationen über die Abgasbelastung vor Ort auch für all jene besser werden, die sich per App oder Internet informieren wollen. Solche Projekte deuten darauf hin, wie unterschiedliche Informationen künftig in Echtzeit zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und herfließen könnten. In diesem Zusammenhang sind auch die Erwartungen an den nächste Mobilfunk-Standard 5G hoch. Qualcomm-Chef Stephen Mollenkopf ließ sich schon jetzt zur Prognose hinreißen, dass "5G eine Wirkung haben wird, die wir mit der Einführung der Elektrizität vergleichen können."

Die Frage nach der Batterielaufzeit ist vielen Anbietern unangenehm

Drei Eigenschaften spielen für Sensoren und vernetzte Geräte eine entscheidende Rolle: 5G senkt die Latenzzeit bei der Datenübertragung auf bis zu einer Millisekunde, das ist ein Bruchteil des heutigen 4G-Netzwerks. Das wichtig, wenn Geräte außerhalb von Wlan-Verbindungen zuverlässig Daten in Echtzeit austauschen müssen.

Selbstfahrende Autos beispielsweise erkennen derzeit Ampeln über optische Sensoren. Künftig würde ihnen auch die Ampel selber mitteilen können, ob sie gerade auf rot oder grün steht. Die erweiterte Bandbreite von 5G sorgt auch dafür, dass es nicht zu voll in den Leitungen wird, wenn Milliarden von Gadgets und Messgeräten vernetzt sind. Dass das künftige Netz weniger Energie für die Datenübertragung benötigt, begünstigt den Einsatz von Sensoren ebenfalls.

Die Fragen nach der Batterielaufzeit neuer Sensor-Geräte waren vielen Anbietern auf der CES sichtlich unangenehm: Immer noch müssen regelmäßige Steckdosen-Stopps eingeplant werden. Ein banaler, aber wichtiger Grund dafür, dass Kunden sich für die neue Technologie noch nicht so richtig erwärmen können.

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