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Galaxy S3 im Kurztest:Samsungs scharfer, flinker iPhone-Rivale

In wenigen Tagen kommt Samsungs Smartphone Galaxy S3 auf den Markt. Bereits der Vorgänger überzeugte die Kritiker - was kann das neue Android-Handy?

Helmut Martin-Jung

Eigentlich ist es das falsche Bild: Wer auf den Startbildschirm von Samsungs neuem Spitzenhandy Galaxy S 3 tippt, der eine Pusteblume zeigt, könnte glauben, er berühre die Oberfläche eines kleinen Beckens mit sehr klarem Wasser. Dass soviel Aufwand in Details wie diese gesteckt wird, hat aber durchaus Methode, denn - wie der Erfolg von Apple zeigt - die Nutzer lieben es.

Weil sich aber keine Branche so schnell dreht wie die der mobilen Telefone, ist es umso wichtiger für die Hersteller, den ersten Eindruck im Handyladen nicht zu vermasseln - sonst ist man schnell im Abseits. Samsung, erfolgreichster Konkurrent von Apple, hat auch bei seiner dritten Version des Erfolgsmodells Galaxy S in dieser Hinsicht vieles richtig gemacht, zur vollen Perfektion reicht es aber noch nicht ganz.

Obwohl aus Kunststoff, fühlt sich das riesige Handy mit seinem 12,1 Zentimeter-Bildschirm in der Hand gut an, der Zeigefinger der linken Hand landet automatisch auf dem Ein-/Ausschalter. Die Anzeige ist in Samsungs Super-Amoled-Technik gefertigt und brillant.

Die Kamera auf der Rückseite löst mit acht Megapixel auf und kann es bei guten Lichtverhältnissen fast schon mit Kompaktkameras aufnehmen, die Bilder wirken eher ein wenig zu kontrastreich und bunt und sind zudem etwas überschärft. Die Kamera löst aber sehr schnell aus - wichtig für den spontanen Schnappschuss.

Rekordverdächtiger Speicher

Anders als bei der Konkurrenz - Apples iPhone oder HTCs One X - ist der Lithium-Ionen-Akku des S 3 wechselbar, 2100 mAh versprechen ein einigermaßen befriedigendes Durchhaltevermögen. Das Speichervermögen des Handys ist rekordverdächtig: Es gibt Versionen mit bis zu 64 Gigabyte internem Speicher, dazu hat Samsung einen Slot für Micro-SD-Karten eingebaut, die noch einmal maximal 64 Gigabyte an Daten speichern können. Das ist gar nicht mal so abwegig, denn das Display kann Filme in HD-Qualität anzeigen, die dann auch sehr viel Speicherplatz brauchen. Die Filme spielt das Gerät ruckelfrei ab, der Ton aus dem Lautsprecher ist blechern, aber laut.

Der UMTS-Nachfolger LTE ist bei der deutschen Version des Handys nicht Bord, dafür aber ein Chip für Nearfield Communication (NFC). Um zumindest auf dem Papier mit Apple mithalten zu können, musste Samsung auch einen Sprachassistenten integrieren. Doch die S-Voice genannte Funktion kann es mit Apples Siri noch lange nicht aufnehmen, da wird Samsung mit Software-Updates nachlegen müssen.

Wenn man sich für das Galaxy S 3 entscheidet, dann eher wegen der wieselflinken Reaktionszeiten des Gerätes, in dem ein Vierkern-Prozessor arbeitet, wegen des großen, brillanten Bildschirms und der guten Kamera. Allzugroß ist der Sprung vom Vorgängermodell S 2 allerdings nicht - dessen Preis dürfte bald fallen.

© SZ vom 29.05.2012/joku

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