EU: einheitliche Kabelstecker Micro-USB-Stecker

Künftig sollen Micro-USB-Stecker auch zum Laden genutzt werden. Für ältere Handys sollen Kopplungsstücke angeboten werden. "Das heißt, Mobiltelefone können künftig überall mit einem universellen Ladegerät aufgeladen werden", sagte Verheugen. Er gehe davon aus, dass sich der zunächst nur für die Europäische Union vereinbarte einheitliche Standard weltweit durchsetzen werde.

Durch das einheitliche Ladegerät reduziere sich die Menge an Elektronikschrott, sagte der Industriekommissar. Verbraucher müssten alte Ladegeräte nicht mehr wegwerfen, wenn sie ein neues Telefon kauften. Allein in diesem Jahr werden in der Europäischen Union etwa 175 bis 180 Millionen neue Mobiltelefone verkauft. Die EU-Kommission schätzt den Bestand auf 350 bis 400 Millionen Geräte.

Die EU-Kommission und die Hersteller gehen davon aus, dass das universelle Ladegerät für alle Mobiltelefone nicht zu wirtschaftlichen Einbußen führen wird. Die Ladegeräte würden heute nahezu vollständig in China hergestellt und seien "eigentlich nur ein Kostenfaktor", sagte Bridget Cosgrove, Generaldirektorin des Verbandes Digital Europe. Zufrieden zeigte sich auch der Präsident des deutschen Fachverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Die einheitliche Lösung helfe "Verbrauchern und Umwelt", sagte Scheer.

Langfristig strebe die Europäische Kommission auch einheitliche Ladegeräte für andere elektronische Geräte an, sagte Verheugen. Er gehe davon aus, "dass man eines Tages für seine gesamte IT-Ausrüstung das gleiche Ladegerät nutzen können wird". Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg. Vor allem technische Probleme müssten gelöst werden. So verbrauchten elektronische Geräte wie Mobiltelefone, Digitalkameras oder Laptops während ihres Betriebs unterschiedliche Mengen an Strom. Deshalb sei es noch nicht möglich, sie an ein universelles Ladegerät anzuschließen. "Aber wir werden diese Lösung nicht aus dem Auge verlieren", sagte der Industriekommissar abschließend.