Entwicklerkonferenz WWDC:Was hat das mit Apple zu tun?

Auf diesem Prinzip basiert, grob vereinfacht, Apples Daten-Analyse. (Auch Google experimentiert mit dem Ansatz.) "Differentielle Privatsphäre ist ein Forschungsfeld im Bereich der Statistik und Datenanalyse, die das Lernen anhand von Massendaten erlaubt, während die Daten der individuellen Nutzer privat bleiben", sagte Federighi. Apple gehe es darum, "deine Daten zu sammeln - aber nicht Daten über dich", fasst Wired.com den Vorstoß von Apple zusammen.

Konkreter wurde Federighi nicht. Es bleibt vorerst unklar, ob und wie gut das Prinzip für Produkte funktioniert, die von Millionen Menschen eingesetzt werden. Die Webseite Recode verweist auf ein wissenschaftliches Paper, in dem es heißt, dass differentielle Privatsphäre nichts tauge: "Entweder werden die erhobenen Daten sehr falsch sein oder der Privatsphäre-Schutz nutzlos." Doch in diese Diskussion stieg Federighi gar nicht erst ein.

Zu einem weiteren interessanten Forschungsfeld, das die Arbeit von IT-Konzernen derzeit revolutioniert, hielt Apple sich bedeckt: künstliche Intelligenz (KI). Die Konkurrenz von Microsoft, Google und Facebook nutzte ihre jeweiligen Entwicklerkonferenzen in den vergangenen Wochen, um anzugeben, wie weit sie beim Thema KI vorangeschritten seien. Google-Chef Sundar Pichai beispielsweise beendete häufig seine Aussagen mit dem Hinweis darauf, dass Google seit knapp 17 Jahren Datenanalyse betreibe - und deshalb sehr gute Voraussetzungen für die kommenden Jahre, vielleicht Jahrzehnte, besitze.

Sämtliche Plattformen investieren große Teile ihres Profits, um KI zu erforschen. Google kann beispielsweise bereits jetzt Fotos von Nutzern analysieren und nur jene anzeigen, auf denen Wasser zu sehen ist. Doch generell gilt: Das Investment in künstliche Intelligenz ist stets langfristig gedacht. Apple hingegen hat lediglich zugegeben, wie wichtig künstliche Intelligenz auch für die Entwicklung sei - mehr aber nicht. Mehr Aufmerksamkeit bekam das neue Verständnis der Privatsphäre seiner Nutzer.

Weitere Neuerungen, die auf Apples Entwicklerkonferenz verkündet wurden, lesen Sie hier.

© SZ.de/jab/mri/feko
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