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Contact-Tracing:Corona-Warn-App mit Problemen bei Android-Geräten

Die Corona-Warn-App wird auf dem Display eines Smartphones angezeigt. Die App soll helfen Infektionsketten des SARS-CoV

Hat derzeit auf Android-Geräten Probleme mit dem Schlüsselaustausch: Die deutsche Corona-Warn-App

(Foto: Thomas Trutschel/photothek.de via www.imago-images.de/imago images/photothek)

Etliche Nutzer beklagen, dass die Risikoermittlung nicht richtig funktioniere. Google sagt, dass seine Entwickler bereits nach der Ursache fahnden.

Die Nutzer der Corona-Warn-App des Bundes erhalten derzeit unter Umständen kein aktuelles Ergebnis bei der Risiko-Ermittlung. Am Mittwoch berichteten mehrere Anwender der Anwendung auf Twitter, dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere. Auch Nutzer in Großbritannien berichten von ähnlichen Problemen. Dem US-Technologie-Portal The Verge zufolge betrifft der aktuelle Fehler alle Apps weltweit, die Googles Bluetooth Framework nutzen. Google hat das Problem The Verge gegenüber bestätigt, und sagt, dass seine Entwickler dabei sind, nach der Ursache zu suchen.

Apple-Nutzer nicht betroffen

Auf dem iPhone von Apple tauchte der Fehler hingegen nicht auf. Ein Sprecher des größten europäischen Software-Konzerns SAP bestätigte die Probleme: Zur Zeit sei es der Corona-Warn-App unter Android-Smartphones "in einigen Fällen" nicht möglich, einen Schlüsselabgleich durchzuführen.

"Das liegt aktuell am Exposure Notification Framework unter dem Google-Smartphone-Betriebssystem." Das ist die technische Schnittstelle, die Google über seine Play Services auf Android-Handys zur Verfügung stellt. "Wir haben Google über das Problem informiert und arbeiten gemeinsam unter Hochdruck an der Lösung des Problems." SAP hat zusammen mit der Deutschen Telekom die App entwickelt, die auf dem Framework von Google und Apple aufsetzt.

Die Corona-Warn-App verzeichnet bislang nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 25 Millionen Downloads und wird von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aktiv eingesetzt. Zuletzt hatten sich der CDU-Politiker Friedrich Merz für eine Lockerung des Datenschutz-Konzeptes der Anwendung stark gemacht, um bessere Daten für eine effektive Pandemie-Bekämpfung sammeln zu können. Dieser Vorstoß war beim Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber und beim Chaos Computer Club (CCC) auf scharfe Kritik gestoßen.

Update 14.01. 10:54 Uhr: Google zufolge wurde das Problem mit einem Update beseitigt. Der Risiko-Status sollte sich bei den betroffenen Nutzern nun wieder regelmäßig aktualisieren

© SZ/dpa/mxm/mri
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