Technik-Messe: Consumer Electronics Show 2019 "Wir werden noch viel mehr mit unserer Stimme steuern"

Der chinesische Elektro-Autobauer Byton hat auf der CES 2019 die Innenausstattung seines Elektro-SUV M-Byte vorgestellt. Dazu gehört ein Bildschirm, der sich über das gesamte Armaturenbrett erstreckt.

(Foto: dpa)

Noch höher auflösende Bildschirme, bessere Mobilfunknetze, vernetztes Fahren: Die Technik-Messe CES wird immer wichtiger für die Autoindustrie, sagt Marktforscher Steve Koenig.

Interview von Caspar von Au

Seit mehr als 20 Jahren findet die Consumer Electronics Show (CES) jährlich in Las Vegas statt. Hersteller stellen dort ihre noch höher auflösenden Fernseher vor, ihre neuen Wearables und Gadgets für das "smarte" Zuhause. Auch Autohersteller wie Daimler oder Audi präsentieren auf der Technik-Messe neue Technologien für das Auto der Zukunft. Am Dienstag wurde die CES 2019 für das Laienpubllikum eröffnet. Die SZ hat mit Steve Koenig, zuständig für Marktforschung bei Messe-Veranstalter Consumer Technology Association (CTA), über die Trends der Branche gesprochen.

SZ: Steve Koenig, was erwartet die Besucher auf der diesjährigen CES?

Steve Koenig: Eine große Anzahl von Trends wird Wirklichkeit. Die Aussteller präsentieren erstmals Geräte mit dem neuen Netzstandard 5G, sie zeigen selbstfahrende Autos, ultra-hochauflösende 8K-Fernseher, digitale Assistenten, Anwendungen künstlicher Intelligenz. Gemeinsamer Nenner all dieser Technologien sind Daten. Damit nähern wir uns dem Daten-Zeitalter.

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Las Vegas

Technik-Messe CES startet

Vernetzte Autos, große Fernseher und alle möglichen Geräte mit Sprachassistenten an Bord: Die Technik-Messe CES in Las Vegas läutet traditionell das Tech-Jahr ein. Sie beginnt heute in Las Vegas.

Was bedeutet das für die Privatsphäre der Nutzer?

Die Verbraucher stehen vor neue Fragen: Wie geht ein Hersteller mit unseren Daten um? Wie sammelt er sie? Wie bearbeitet er sie? Wie gibt er sie weiter?

In Europa gilt nun die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie soll Anbieter dazu zwingen, diese Fragen zu beantworten.

Ja, das ist eine Möglichkeit. Ich bin für mehr Transparenz und weniger Regulierung. Deshalb will ich für die USA keine DSGVO. Der Verbraucher soll entscheiden, ob er sich für einen Musik-Streamingdienst anmeldet und dafür Daten preisgibt. Wir sehen, dass Verbraucher Personalisierung und weniger Komplexität gut finden. Deshalb ist Sprachsteuerung so beliebt. Wir werden noch viel mehr mit unserer Stimme steuern.

Ein großes Thema auf der CES ist 5G. Aber was bringen mir 5G-fähige Handys, wenn ich vielerorts nicht einmal LTE empfange?

Über 5G werden wir die kommenden Jahre viel reden. Neu ist 2019: Wir haben die kommerzielle Einführung und reden nicht mehr ausschließlich über eine Vision. Das ist der erste Schritt, nun muss die Verbreitung der Technologie und der entsprechenden Netze wachsen.

Die Messe ist auch bekannt für ihre skurrilen Gadgets. Haben Sie dieses Jahr einen Favoriten?

Es ist schwierig, sich auf ein einziges Produkt festzulegen. Ich mag vor allem die vernetzten Fahrzeuge, mich fasziniert die Technik dahinter. Die Sensoren sind in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden. Aber es wäre natürlich keine CES ohne ein neues Kapitel Fernseh-Geschichte. Die Bildqualität der 8K-Geräte, die LG und Samsung präsentieren, ist wirklich verblüffend.

In den vergangenen Jahren ist das Thema Autos immer größer geworden. Hat die Consumer Electronic Show das eigene Publikum aus den Augen verloren?

Obwohl "consumer electronics" noch im Namen steckt, nennen wir die Messe nur noch CES. Es geht immer noch um Technologien für den Endverbraucher. Aber es ist weniger eine Gadget-Show als früher. Dafür gehören wir mittlerweile zu den Top 3 der Automobilmessen weltweit. Unser Fokus liegt dabei aber auf dem, was wir am besten können: Tech.

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