Unicef-Studie zu Informationsarmut Manche Teenager posten 4000 Nachrichten im Monat

Für die Unicef-Studie haben die Wissenschaftler aber auch beobachtet, wie intensiv junge Menschen die Technik nutzen. So checkten viele Menschen ihre Smartphones 150 Mal am Tag. Manche Teenager posteten jeden Monat 4000 Nachrichten - zieht man die Schlafenszeiten ab, also etwa alle sechs bis sieben Minuten. Dass Fachleute und Eltern in hoch digitalisierten Ländern da um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern fürchten, liege nahe. Smartphones, so das Fazit, lassen eine eigene "Kinderzimmer-Kultur" entstehen, die viele Eltern nicht verstehen und nicht kontrollieren können.

Wie es denen in der digitalen Welt ergeht, haben junge Teilnehmer eines Unicef-Workshops selbst erzählt:

"Ich werde die Technik nutzen, um die Welt zu verändern. Um bessere Sachen zu machen, mir Neues auszudenken, um Schule durch Technik interessanter zu machen." (Junge, 17, Fidschi-Inseln)

Schule Kein Smartphone unter zehn Jahren
Digitalisierung

Kein Smartphone unter zehn Jahren

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"Ich habe über Youtube programmieren gelernt. Ich habe mir Videos dazu angesehen." (Mädchen, 17, Bangladesch)

"Ohne Computer wissen wir gar nichts, auch nichts über die guten Dinge in unserem Leben." (Mädchen, 14, Osttimor)

"An dem Tag, an dem ich einen Computer mit Internetzugang bekam, änderte sich mein Leben." (ein gelähmter Junge, 18, Sankt Petersburg)

Für Familien auf der Flucht sind Smartphones lebenswichtig, um wieder zusammenzufinden. Eine große Rolle spielen sie aber auch später in den Flüchtlingslagern, wo viele Kinder mangels Schulen im Internet lernen, mithilfe von Videos und digitalen Übungsanleitungen - die günstiger sind als Schulbücher. "Es gibt keine Bibliothek im Flüchtlingslager. Ich nutze das Telefon, um Hausaufgaben in Biologie zu machen.", sagt Ali Amine, 18, der im Tschad lebt. In der Demokratischen Republik Kongo wiederum setzen sich junge Blogger intensiv für Kinderrechte ein. Ein 16-jähriges Mädchen bringt die Widersprüche der digitalen Welt dort so auf einen Punkt: "Ich denke, dass das Internet uns näher zu denen gebracht hat, die weit weg sind - und weg von denen, die nahebei sind."

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